Gedenkminute: Für Wislawa Szymborska

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Am ersten, bitterkalten Februartag 2012 starb die Dichterin, bald neunzigjährig.

In Krakau, ihrer Stadt, fuhren Busse, Straßenbahnen und Autos mit einem schwarzen Bändchen an den Außenspiegeln. Alle Fahnen auf Halbmast. Menschen trugen die Trauer so, als wäre eine Verwandte gestorben. Eine nahe Verwandte. Sie hatte mit Worten, ihrem Werkzeug, den Revolutionären geholfen. Damals, als es um die Freiheit ging. Errang den höchsten, den ruhmreichsten Preis.

Was für ein Land, das die Poesie so ehrt. Jeder neue Gedichtband von Zehntausend sofort ausverkauft. Worte, fern aller Illusionen. Staunen über das Gewöhnliche. Scheu, mit rotgeschminktem Mund und kurzen grauen Locken, schaut sie Dich an. Wache, wissende Augen, im Schweigen geübt.

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