Gesehen auf der Berlinale 2013: „Durch fliegendes Gras“ (Indonesien 2012)

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PTDC0302Der indonesische Originaltitel des ersten Berlinale-Beitrages, den ich in diesem Jahr vorstellen möchte, lautet: Cita – Citaku Setinggi Tanah (english: here). Es ist die erste Arbeit des Regisseurs Eugene Panji. Der Film läuft in der Berlinale-Sektion Generation Kplus und wird für Zuschauer ab 6 Jahre empfohlen.

Die Premiere in Anwesenheit des Regisseurs, des Kameramannes, des Hauptdarstellers und weiterer Mitglieder der Filmcrew fand im Haus der Kulturen der Welt statt. Der Film bekam nach der Aufführung begeisterten Beifall und die jungen Besucher stellten viele Fragen, zum Beispiel, warum der Film so heißt, was mit dem in einen Brunnen gefallenen Geld passiert ist und wie lange die Drehzeit dauerte. Gedreht wurde einen Monat lang, aber die Vorbereitungen nahmen zweieinhalb Jahre in Anspruch. Der Regisseur verglich im Titel die Träume der Kinder mit dem Gras, dass zwar sehr leicht sei und schnell davonfliegen könne, aber notwendig für unser Leben sei. Und das Geld liegt übrigens noch in dem Brunnen…

Gus, ein indonesischer Schuljunge, hat liebevolle Eltern, einen weisen, freundlichen Nachbarn, drei gute Freunde und eine gütige Großmutter. Sein Vater arbeitet in einer Tofu-Manufaktur und die Mutter hält das Haus  in Ordnung. Jeden Tag bekommt Gus das gleiche Essen von ihr, wenn er aus der Schule heimkehrt: Tofu. Daher rührt sein großer Wunsch, einmal in einem schönen Restaurant zu speisen, wo die unterschiedlichsten Genüsse locken. Aber er hat ein Problem, weil ihm das Geld dazu fehlt. Um Geld zu verdienen, vernachlässigt er seine Freunde, belügt seine Eltern und entzieht sich dem alten Nachbarn. Als er das mühsam Ersparte verliert, scheint alle Mühe umsonst, aber wozu hat der Mensch eine Großmutter? Damit sie ihm aus der Patsche hilft.

Die Kinder in der Premierenvorstellung waren meist älter als 6 Jahre. Sie ließen sich von der Geschichte gefangennehmen und viele genossen es, einem Jungen aus einem fernen Land in seinen Alltag zu folgen. Ein Film über Träume, Freundschaft, den Wert des Geldes und wie viel man von all dem braucht.

(Mit großem Dank an meine Berlinale-Fee Maren)

Weitere Aufführungstermine:

Freitag, den 15.2.2013, 12.30 Uhr im Haus der Kulturen der Welt sowie

Samstag, den 16.2.2013, 10 Uhr im Filmtheater am Friedrichshain

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    • Und nicht nur die Kinder! Vor allem spannend die Kommentare der Kinder: „Was? Jeden Tag dreimal Tofu essen???“ …
      Großartig ist immer wieder an der Berlinale, dass es gelingt, ein Festival für das Publikum zu veranstalten: Die Nähe zu den Stars und Machern ist phantastisch. Leider nur einmal im Jahr ;.)

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