Gedenkminute und Stadtgang Berlin am 10. Mai 2013: Die Bücherverbrennung vor 80 Jahren

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PTDC0507Sight-seeing tour in the city of Berlin:
Unter den Linden, Humboldt University, State Opera House and the Old Royal Library. Here is the Opera Place. Youth, Mind and Music – that is the spirit of this place, which is now named Bebelplatz (social-democratic leader August Bebel).
In the middle of the Bebelplatz exists one of the smallest monuments of Berlin but very emotional and inconsiderable. White empty boards are a symbol for the lost books burned in the night of 10th May 1933.
Students had organized a comprehensive campaign „against the ungerman spirit“. In special lists they collected the names of disagreeable authors (see below), scientists, artists and politicians . Tenthousands of these books were bursted into flames. Besides all these books in public and private libraries and bookstores were confiscated and destroyed from the administration.
In the following week the Humboldt University will remember the 80th anniversary of book burning .
Stadtgang in Berlins Mitte, an der Straße Unter den Linden. Gegenüber der Humboldt-Universität, die damals noch nach Friedrich Wilhelm hieß und eigentlich das Palais des Prinzen Heinrich war…, gegenüber liegt auch heute noch die (einst Königliche) Staats- Oper. Den Opernplatz einfassend die Königliche Bibliothek. An diesem Opernplatz befinden sich Universität, Bibliothek, Oper.
Das sind Jugend, Geist, Musik und hört sich nach einer im besten Sinne fruchtbaren Symbiose an.
Der Opernplatz heißt heute Bebelplatz und beherbergt in seiner Mitte, unter der Erde, eines der kleinsten Denkmäler der Stadt, es ist sehr berührend in seiner Unscheinbarkeit. Weiße, leere Bücherregale. Im touristischen Trubel seiner Umgebung hält es die Menschen auf und verlangt das Erinnern an den 10. Mai 1933, als auf eben diesem Platz  humanistische Ideale und nationales Machtdenken aufeinander prallten und Zehntausende Bücher in Flammen aufgingen.
Studenten hatten vor 80 Jahren in einer lange und perfekt vorbereiteten Aktion, die „wider den undeutschen Geist“ gerichtet war, mehrere Listen von Büchern anfertigen lassen, die aus den deutschen Bibliotheken, aus Buchhandlungen und aus Privatbesitz zu beschlagnahmen und zu vernichten waren.
Unter dem Titel „Schöne Literatur“  werden unter sehr vielen anderen folgende Autoren genannt:  Bertolt Brecht, Alfred Döblin, Lion Feuchtwanger, Oskar Maria Graf, Jaroslav Hasek, Walter Hasenclever, Ernest Hemningway, Erich Kästner, Alfred Kerr, Hermann Kesten, Ingrid Keun, Egon Erwin Kisch, Jack London, Heinrich und Klaus Mann, Kurt Pinthus, Theodor Plivier, Erich Maria Remarque, Joachim Ringelnatz, Nelly Sachs, Arthur Schnitzler, Anna Seghers, Upton Sinclair, Berta von Suttner, B. Traven, Kurt Tucholsky, Franz Werfel, Stefan Zweig…
Am Abend des 10. Mai 1933 versammelten sich Studenten und Professoren auf dem Opernplatz, um die Werke dieser  Schriftsteller sowie die Veröffentlichungen von Wissenschaftlern und Politikern unter Feuersprüchen und dem Jubel Umstehender zu verbrennen.
Die Humboldt-Universität zu Berlin veranstaltet aus diesem Anlass eine Gedenkwoche vom 10. bis 17. Mai 2013  unter dem Motto „Verbranntes Wissen“ und bietet Ausstellungen, Vorträge, Lesungen und Podiumsdiskussionen an. Während der Gedenkwoche gibt es im Foyer des Hauptgebäudes der Humboldt-Universität, Unter den Linden 6, 10117 Berlin, eine Bücherinsel, die zum Büchertausch einlädt. Am 17. Mai 2013 wird der ungarische Schriftsteller György Konrád zur Abschlussveranstaltung  seinen Vortrag „Bücher überleben Flammen“ halten.
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