Gedenkminute: Heinz Knoblochs 10. Todestag am 24. Juli 2013

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Foto1416From today  10 years ago, the most famous feature writer of the former GDR, Heinz Knobloch, died. He published his feuilletons in all relevant newspapers and journals. Some of them are collected in books with millions of readers. This ability to telling stories based on his childhood in Dresden where Knobloch spent much time with his grandparent. Instead to tell fairytales the grandfather explained him the libretti of popular and famous music operas. The grandma travelled with him along the river Elbe and showed him ‚the world without borders‘. There are borders between states but the landscape as well the people remained the same.

Today he was honored by a memorial tablet at his former flat in Berlin-Pankow.

Heute, vor 10 Jahren, starb der Feuilletonist der DDR.

Heinz Knobloch hat in nahe zu allen relevanten Zeitschriften der DDR seine Feuilletons veröffentlicht. Voranzustellen ist, dass der Zeitungsmarkt in der DDR stark reglementiert und reduziert war, also kein Vergleich zum heute überbordenden Angebot. Außerdem gab es für die meisten Leser keine Möglichkeit, auf ausländische Presseerzeugnisse zuzugreifen.

In den ersten zehn Jahren erschienen Knoblochs Arbeiten unter anderem im seit 1920 erscheinenden „Magazin“, in der führenden Modezeitschrift „Sibylle“, in der  beliebten Jugendzeitschrift  „Neuen Leben“, in der Frauenzeitschrift „Für Dich“, in der überregionalen Gewerkschaftszeitung „Tribüne“, in der „Wochenpost“ und in verschiedenen Regionalzeitungen. Um es salopp zu formulieren: An Knobloch kam niemand vorbei und seine Leserschaft wuchs stetig. Die Strategie, seine Feuilletons  in so vielen verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften zu platzieren, ging auf: eine Vielzahl von Lesern wurde aufmerksam und riss ihm die von nun an regelmäßig erscheinenden Feuilletonsammlungen Knoblochs schier aus den Händen. Die erste Sammlung, „Mir gegenüber“ ((1960) brachte er zusammen mit seinem Lehrer, dem Dichter und Schriftsteller, Reiner Kunze, heraus. Es folgten viele Dutzende andere.

Grundlagen für dieses außergewöhnliche Erzählvermögen wurden schon in Knoblochs Kindheit gelegt, die er zunächst in Dresden verlebte. Die ganze Familie, vier Generationen, wohnte gemeinsam in einer großen Wohnung mit fünf Zimmern am Elbufer, nahe der „Blaues Wunder“ genannten Brücke. Viel Zeit verbrachte der Junge mit seinen Großeltern, die ihn auf vielfältige Weise förderten. Der Großvater hörte mit seinem Enkel Opernmusik oder Operetten und erzählte ihm die Libretti der Opern anstelle von Märchen. Mit der Großmutter bereiste Knobloch die an der Elbe gelegenen Orte, bis ins Böhmische hinein. Während dieser Reisen lernte der Junge vielleicht, den Blick zu öffnen für die kleinen Dinge, die nebenbei, am Wegesrand passierten und doch für die Bewohner – und manchmal sogar für die ganze Welt – Bedeutung erlangen. Möglicherweise hat ihm gerade hier die Großmutter gezeigt, wie nichtig willkürlich gezogene Grenzen für das Denken sind, und dieses „weltbürgerliche“ Denken hat Knobloch in der Enge des kleinen Landes DDR begleitet und scheint durch viele seiner Feuilletons hindurch.

Seit heute gibt es an dessen Wohnhaus in Berlin-Pankow für Heinz Knobloch, der vielen anderen Berliner Persönlichkeiten eine Gedenkplakette ermöglichte, eine Gedenktafel.

© Andrea Maluga

„Mit beiden Augen. Heinz Knoblochs Feuilletons in der ‚Wochenpost'“ (Magisterarbeit)

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  1. hattest du die idee mit der gedenktafel? ^^
    zufälligerweise lese ich gerade sein buch über den lustgarten, vielleicht kennst du es ja?

    PS danke für die nette karte. 😉

  2. Pingback: Gedenkminute: Reiner Kunze zum 80. Geburtstag am 16.8.1933 | andreamaluga

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