Gesehen im Kino: „Gloria“ (2013)

Standard

Foto1043Recently in Vienna: Having a tepid summer evening and driving to the oldest baroque garden in town and experiencing „Kino wie noch nie“ („cinema like never before“). In the garden „Augartenspitz“, the film archive of Vienna had presented an open-air cinema right under the starry sky. In July, 4th 2013, the saison was started with the Chilean movie „Gloria“ (original with subtitles) of the director Sebastián Lelio. The main actor Paulina Garcia won the prize for the best actor (Silberner Bär)  at the Berlin fim festival Berlinale and made for dancing moviegoer.  In contrast, the Vienna moviegoer were not so excited to dance during Umberto-Tozzi’s hit „Gloria“ but most of them were ravished to sing along it.

Gloria, a woman in her late fifties, expierenced everything: divorced from her husband having a yonger wife now, two adult children trying to solve their own problems and having a more or less satisfying job. Is that all? With full zest of life, she hurled oneself in the excitements of life, disco and dance afternoons.  But when she abandoned her reservation to dress to the nines then she was promptly in love.

The camera is very close to the figure and let us astonish about the mutability of this woman. We attended Gloria as attractive dancer but also saw her face full of frustation making her 20 years older. The german film reviewer Knut Elstermann expressed it accurately that Gloria represents the future whereas her lovers belong to the past. In the subcontext the film dealed also with the political events of the near past. The director called the atmosphere of the movie ‚bittersweet‘. The life has no sense but it goes over forever. It’s simple but true.

(thanks for translation: doc t.)

Neulich in Wien:

Man nehme einen lauen Sommerabend, fahre in den ältesten Barockgarten der Stadt und erlebe „Kino wie noch nie“. Im Augartenspitz hat das Filmarchiv Wien unter diesem Motto einen Sommerkinosaal unter freiem Sternenhimmel eingerichtet und eröffnete am 4. Juli 2013 die Saison mit dem chilenischen Film „Gloria“ (OmU) des Regisseurs Sebastián Lelio.

Der Festivalleiter der Viennale, Hans Hurch, richtete einige Worte des Stolzes an das gesetzte Publikum 40+, dann begann die Aufführung von „Gloria“. Die Hauptdarstellerin Paulina Garcia, hatte für ihre Rolle bei der Berlinale 2013 den Preis für die Beste Hauptdarstellerin, den Silbernen Bären, erhalten, und für tanzendes Publikum gesorgt. Ganz so euphorisch reagierte das Wiener Publikum nicht, als der Umberto-Tozzi-Hit „Gloria“ erklang, aber zum Mitsingen und Schlussapplaus ließen sich alle hinreißen.

Gloria, Ende 50, hat alles schon erlebt: geschieden vom Ehemann, der sich eine Jüngere geangelt hat, zwei erwachsene Kinder, die versuchen, ihre Probleme selbst zu lösen, im Job läuft alles. War’s das? Voller Lebenshunger stürzt sie sich in die Aufregungen, die ihr das Leben noch bietet, Tanztee und Disco. Mit Würde und doch innerlich zitternd tritt Gloria aus ihrer Zurückhaltung heraus, macht sich schön und verliebt sich prompt.

Immer bleibt die Kamera dicht bei ihr und lässt uns staunen über die phänomenale Wandlungsfähigkeit dieser Frau. Wir begleiten Gloria als attraktive, begehrenswerte Tänzerin und ebenso erleben wir, wie ihr vor Enttäuschung zerfurchtes Gesicht sie um 20 Jahre altern lässt.

Gloria ist die Zukunft, wie Knut Elstermann es treffend formuliert hat, während die Männer, die sie trifft, zur Vergangenheit gehören. Subtil drängen sich Fragen zu politischen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit auf, die Chile bis heute bis in das Privatleben hinein prägen. Der Film stellt weder diese Fragen noch beantwortet er sie, deshalb treten sie umso deutlicher hervor. Der Regisseur nannte die Atmosphäre seines Films „bittersüß“. Das Leben hat keinen Sinn, aber es geht immer weiter. So einfach wie wahr.

Seit dem 8. August 2013 läuft der Film auch in deutschen Kinos.

 

Advertisements

»

  1. Na bekommt man ja richtig Lust auf diesen Film.
    Diesen implizite Einfluss der Vergangenheit (Pinochet) kann ich bestätigen. Es ist sehr schwer mit Chilenen über diese Zeit zu reden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s