Versunkene Schätze / Hidden treasures: Flitzpiepe

Standard

In this column „Versunkene Schätze“ I describe hidden words, i.e. „old“ and unusual words.

The word ’nitwit‘ is neither an old nor an unusual but a funny word. It was used by our grandparents. Its meaning varies between the abuse of strange persons and parent’s disproval that fortune favors fools (one got  a good grade at school for doing nothing). There is no entry about the meaning of the german word „Flitzpiepe“ in any lexicon including Grimm. But let me try my own definition: It is a blatherskite having crazes which is to weak or stupid completing his ideas but incite another person. In case of a failure, the „Fltzpiepe“ is the first person which is absent but left the other person into trouble or better Schlamassel .

Mit spitzer Feder kämpfe ich für die Erinnerung an verschwundene Wörter der deutschen Sprache. Deshalb werden in meinem blog unter dem Titel „Versunkene Schätze“ in losen Abständen Wortschätze ans Licht gehoben. Viel Vergnügen beim Entdecken!

Gut, ein versunkener Schatz ist „Flitzpiepe“ vielleicht nicht gerade, aber als ich das Wort eben las, musste ich so laut lachen, dass ich sofort nachschauen musste, was es damit auf sich hat. Die Leute, die jetzt im Großeltern-Alter sind, hatten die Flitzpiepe noch im aktiven Wortschatz. Ich erinnere mich jedenfalls, dass ich es als Kind häufig gehört habe. Es klingt sehr lustig, changierte in seiner Bedeutung jedoch zwischen übler Beschimpfung fremder Personen und anerkennend-belustigter Missbilligung durch beispielsweise die Eltern, wenn das Kind „mehr Glück als Verstand“ hatte und gerade so eine gute Zensur in einem Unterrichtsfach erlangt hatte, ohne dafür genügend gelernt zu haben.

Zur Herkunft befragt, sind Grimms leider ratlos und auch das allgewaltige Internet hat außer ein paar wackeligen Synonymen nichts zu bieten. Nur ein Befund hat ergeben, dass es sich um einen Ausdruck im Berliner Dialekt handeln solle, woraufhin ein Spaßvogel antwortete, es gäbe auch sächsische Flitzpiepen 😉 Hier ist also noch Aufklärungsbedarf. Was sagt die österreichische Leserschaft zu den Flitzpiepen? Oder die Urberliner?

Das Etymologische Wörterbuch kennt nur „flitzen“ und „piepen“, keine „Flitzpiepen“.

Flitzen bezeichnet seit dem 19. Jahrhundert eine pfeilschnelle Bewegung, da das altfranzösisch „fleche“ für Pfeil zugrunde liegen soll. Daher hatte „flitzen“ im 16. Jahrhundert noch die Bedeutung von „fliegen“, konserviert in dem Wort „Flitzebogen“, dem alten Kinderspiel, in dem die Kinder mit Pfeil und Bogen üben. Heute sind die Flitzer auf der Straße oder im Stadion zu beobachten: entweder als kleine, schnelle Autos oder als nackte Personen, die während der Fernsehübertragung durchs Bild huschen…

Lautmalerischer Herkunft ist das „Piepen“ als heller, preifender Ton, den Vögel und kleinere Tiere von sich geben. Mit piepsiger Stimme zu sprechen zeugt von Schwachheit oder Kranksein. Umgangssprachlich hat man einen Vogel oder einen Piep, wenn man „fixe Ideen im Kopf hat, überspannt oder verrückt“ ist. Zur „Piepe“ wäre noch einiges zu sagen im Hinblick auf die niederdeutsche Piepe zum Rauchen und zu den umgangssprachlich so genannten Piepen (= Geld), die man selten in genügender Menge zur Verfügung hat. Aber ich wende mich ab und versuche eine allseits erhellende Definition:

Flitzpiepe: ein Großmaul mit fixen Ideen, der selbst zu schwach oder zu dumm ist, sie auszuführen, jedoch Andere dazu anstachelt. Wenn die Sache schief geht, ist die Flitzpiepe die erste, die sich schnell weg duckt,  davon huscht und den Anderen im Schlamassel sitzen lässt.

Im Englischen wird übrigens „nitwit“ als Übersetzung angeboten.

Advertisements

»

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s