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BERLINALE 2015: Kurzfilm „Kumu hina – A place in the middle“ USA 2014

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alohaDo you know that BERLINALE is the largest children’s filmfestival? 😉 A very impressive film in 2015 was „Kumu hina“, who told about the hawaiian people’s roots.

A Pledge of Aloha

I believe that every person has a role in society, and deserves to be included and treated with respect in their family, school, and community. I believe that every person should be free to express what is truly in their heart and mind, whether male, female, or anywhere in between. I believe that every person should be able to practice their cultural traditions, and to know and perpetuate the wisdom of their acestors for future generations. I believe these values are embodied in aloha: love, honor and respect for all. There, I pledge to live aloha in everything I do, and to inspire people of all ages to do the same. text & foto: aplaceinthemiddle.org

Hier ein weiterer Beitrag zur BERLINALE 2015, die das größte Kinderfilmfestival der Welt zu bieten hat!

In der Sektion Generation Kplus lief ein besonderer Kurzfilm, der die Kinder sehr berührt hat. Er heißt „Kumu hina“ („Dazwischen“) und erzählt die Geschichte einer hawaiianischen Frau, die früher als Mann lebte. Sie ist Lehrerin und sehr berühmt in Hawaii, ständig wird sie von Leuten auf der Straße angesprochen. Das Filmteam durfte ihren Unterricht besuchen und war sehr beeindruckt. Sie bemerkten, wie wichtig er für die Kinder ist, die nach ihren Wurzeln suchen. Der Film kann kostenlos als Lehrfilm heruntergeladen http://www.aplaceinthemiddle.org

Rezension von Marie (11 Jahre):

Die Trickeinführung (siehe Bild) hat sehr gut erklärt, worum es geht. Ein Mensch kann beides sein, Mann und Frau. Kumu hina kann sich schön schminken, aber auch auf die Jagd gehen. Das alte Wissen über das „Dazwischen“ gibt sie an ihre Schülerin weiter.  Ihre Schülerin stört zwar, dass sie auf ihr „Dazwischensein“ angesprochen wird, aber sie macht sich nichts daraus. Sie ist bei den Jungen und Mädchen anerkannt. Sie wird mal der Lehrer ihrer Kinder sein, so wie es die Tradition es gebietet, Lehrer, Heiler und Anführer zu sein. Das war sehr interessant, vom anderen Ende der Welt etwas zu lernen.

BERLINALE 2015 „Das himmlische Kamel“

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Photo7348Der ZeilenZauber-Winterkurs war – krankheitsbedingt leider nicht mit allen Kindern – zu Besuch bei der Berlinale, dem großen internationalen Filmfestival in Berlin! (Vielen Dank noch einmal an meine persönliche Berlinale-Fee!)

Hier nun die Antworten der Kinder zum mongolisch-russischen Film „Das himmlische Kamel“, der in der Kategorie Generation Kplus gezeigt wurde: Bair lebt mit seiner Familie in Kalmückien mitten in der Steppe. Als er sich bei Nacht auf die Suche nach den Kamelen macht, erlebt er gefährliche Abenteuer und trifft einen Freund für’s Leben.
Allen Kindern der Film hat sehr gut oder gut gefallen 😉

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Lieblingsstelle:
Louis: Ich habe leider keine direkte Lieblingsstelle, denn mir hat der gesamt Film sehr gut gefallen.

Nele: Als Bair im Gefängnis war und „Fuffziger“ mit dem Fuß den Schlüssel geholt hat und beide zusammen ausgebrochen sind.

Tobi: Der Gefängnisausbruch.

Lu: die letzte Szene des Films. Diese Szene war sehr emotional gespielt und da kam die wunderbare Musik erst richtig zum Vorschein.

Woran musstest du denken, was hast du gefühlt?

Nele: Ich musste daran denken, wie hart das Leben in der Steppe ist, und wie gut es mir im Gegensatz geht.

Lu: Ich musste daran denken, wie unterschiedlich die Landschaft in Russland ist und das dort Arme und Reiche wohnen. Der Film hat mich sehr berührt, aber auch gleichzeitig fröhlich gemacht.

Was hättest du verändert?

Nele: Ich hätte während Bairs Reise gezeigt, wie zu Hause alle auf ihn warten und wie schlecht es ihnen geht, weil die Kamelkuh Mara nicht da ist und ihnen nicht helfen kann, das Wasser für die Schafe zu transportieren.

Tobi: Ich hätte gar nichts verändert.

Lu: Ich hätte nichts verändert, denn ich fand die Großaufnahmen beispielsweise total gut. Die Geschichte, die in diesem Film erzählt wurde, war sehr schön. Mir war das aber ein ziemliche Hin und Her am Ende.

Persönliche Botschaft an den Regisseur:
Louis: Das war ein interessanter kulturspiegelnder Film, der die Wirklichkeit sehr gut widerspiegelt.

Nele: Sehr geehrter Herr Feting, ich fand den Film sehr schön und würde mich freuen, wenn Sie noch weitere Kinderfilme drehen würden.

Lu: Es ist ein wunderbarer Film vom anderen Ende der Welt. Das beste war unter anderem die Musik! Ich hoffe, dass dieser Film gewinnt!!

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BERLINALE 2015: The face of Ukraine, Australien 2014

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Berlinale 2015 face of ukraineFoto: Berlinale 2015

Im Kurzfilprogramm der Berlinale 2015 Generation Kplus lief der australische Kurzfilm „The face of Ukraine – Casting of Oksana Baiul“

Rezension von Marie (11 Jahre alt):

Das war ein sehr emotionaler Film, Die Frage, wann die Mädchen das letzte mal geweint haben, hat mich sehr beeindruckt. Ein Mädchen musste wegen des Krieges das Land verlassen, sie hat, als sie den Zug bestieg, Schüsse gehört. Ein Mädchen weinte um ihren Onkel, sie hat vor lauter Weinen gar nicht weiter erzählen können. Die Kinder waren sehr hübsch angezogen und stark geschminkt, aber ich habe die richtigen Gesichter noch erkennen können. Ich wusste nicht, wann sie spielen und wann sie echte Gefühle zeigen. Das war eine schöne Irritation. Ich hatte bei dem Titel eigentlich Kriegsszenen erwartet und dass alle möglichen Menschen befragt werden und nicht nur Kinder.

Im anschließenden Interview erzählt die Regisseurin Kitty Green:

Gedreht wurde vor Beginn der Krise in der Ukraine. In Kiew gibt es sehr viele Schauspielschulen, die haben wir alle abgeklappert und Mädchen für ein Casting gesucht für einen angeblichen Film über die ukrainische Eiskunstläuferin Oksana Baiul. Wir wollten zeigen, welche Träume und Wünsche die Jüngsten in der jungen Demokratie haben. Es sollte kein Propagandafilm werden.

In the interview after the show „The face of Ukraine – Casting of Oksana Baiul“ the director Kitty Green said:

We made this film before the Ukrainien crises. In Kiev they have so many actor’s schools, there we found girls for the casting. We would show their dreams and wishes in this young democracy. It shouldn’t be a propaganda film.

 

 

Breaking news: BERLINALE 2015 – Kurzfilm „Giovanni en het waterballet“ is the winner!!

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Giovanni und das WasserballettFoto: Berlinale 2015

„Giovanni und das Wasserballett“ Kurzfilm in der Kategorie Generation Kplus

Rezension von Marie, 11 Jahre:

Ich fand den Film sehr witzig, am besten gefiel mir Giovannis Freundin Kim. Am lustigsten war Giovannis Liste seiner später in Frage kommenden Freundinnen, die er mit Kim diskutiert. Die Story war toll. Im an die Vorführung anschließenden Gespräch mit den Filmschaffenden gab es folgende Antworten: die im Auto sitzenden Kinder wurden nur von außen gefilmt, so dass sie die Kamera nicht bemerkten und sie sich ungestört fühlten. Giovanni machte zuerst einen normalen Schwimmkurs und im Anschluss daran trainierte immer das Wasserballett. Ihm gefiel daran, dass er dabei so viele Mädchen kennenlernen kann. Er will erreichen, dass er als erster 2015 bei den Niederländischen Landesmeisterschaften im Synchronschwimmen teilnehmen darf. (Das ist ihm gelungen!)

Wie Giovanni zu seinem Namen kam? Seine Eltern liebten eine TV-Schow, deren Gewinner Giovanni hieß 😉 Sein Bruder heißt Lorenzo, so hieß jemand in einer anderen Fernsehshow.

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Here are the BERLINALE-news:

„The Special Prize of the Generation Kplus International Jury for the best short film, endowed with € 2,500 by the Deutsches Kinderhilfswerk:
Giovanni en het waterballet (Giovanni and the Water Ballet)
by Astrid Bussink, Netherlands 2014
This exceptionally charming, laugh-out-loud-hilarious, piece of cinema about a very special, charismatic boy with an unusual dream, not only won the hearts of Generation Kplus audiences, but ours too! We are endeared by the priceless, intimate moments that we are invited to share with the film’s hero and heroine. We conclude that such honest moments could only be captured by a filmmaking team that had truly earned the trust of their subjects – and for this, we applaud the director and the team. This film is visually dynamic, funny and has a poignant, inspiring, although understated message. Simply put, we fell in love with this boy.

Der Spezialpreis Generation Kplus Internationale Jury für den besten Kurzfilm, dotiert mit 2.500 Euro des Deutschen Kinderhilfswerks

geht an den Kurzfilm „Giovanni und das Wasserballett“ von Astrid Bussink, Niederlande 2014

Dieses außergewöhnlich charmante, wahnsinnig komische Kinostück über einen sehr speziellen, charismatischen Jungen mit einem ungewöhnlichen Traum, gewann nicht nur die Herzen der Zuschauer, sondern ebenso die der Jurymitglieder! Wir sind berührt von der Einladung, die unschätzbaren, intimen Momente mit dem Helden und der Heldin teilen zu dürfen. Wir schlussfolgern daraus, dass solche aufrichtigen Momente nur von Filmmachern eingefangen werden können, die das Vertrauen ihrer Schauspieler haben (und auch in diese setzen), deshalb applaudieren wir der Regisseurin und ihrem Team. Dieser Film ist dynamisch, lustig und hat eine ergreifende, inspirierende und dabei unauffällige Botschaft. Einfach gesagt, wir sind verliebt in diesen Jungen.“

(transl. Andrea Maluga)

SiebenSachenSonntag No. 10: BERLINALE 2015

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Called by Frau Liebe recommended by nähmarie, I would like follow this idea: In contrast to serious themes I present 7 pictures from 7 things, which I touched with my own hands at sunday. Imitation desired! Today I report about the very famous Berlin film festival BERLINALE!

Ausgerufen von Frau Liebe, weiter empfohlen von nähmarie, schließe ich mich gern dem Siebensachensonntag an. Zuweilen wird es ab jetzt auch hier 7 Bilder von 7 Sachen zu sehen geben, für die ich sonntags  meine  Hände brauchte. Sozusagen als Pendant zur vielen geistigen Aktivität, die auf meinem blog geboten wird. Nachahmer erwünscht! Heute berichte ich von der weltberühmten BERLINALE, dem jährlichen Filmfestival!

Photo7298Now we are happy: The international film festival BERLINALE is opened! Heiß ersehnt von hunderttausenden Filmfans aus aller Welt, ist es endlich wieder so weit: Die BERLINALE, Berlins internationales Filmfest, ist eröffnet. Die Stadt ist unglaublich voll, und man erkennt die übernächtigten Enthusiasten an den dunklen Augenringen und den mehr als winterbleichen Gesichtern 😉

Photo7299One of the most beautiful Berlin filmtheaters is the 90 years old „Filmtheater am Friedrichshain“. In summer you can here also vistiting a nice Biergarten and an open air cinema. Eine der schönsten Spielstätten der BERLINALE ist das altehrwürdige, 1925 eröffnete Filmtheater am Friedrichshain, das im Sommer einen Biergarten und im nahe gelegenen Volkspark ein Freilichtkino unterhält.

Photo7310Tickets and souvenirs are available at Potsdamer Platz.  Am Potsdamer Platz dreht sich alles um die BERLINALE: Ticketverkauf, Souvenirs und erschöpfte Filmgucker.

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Photo7305The radiostation radioeins sends a special program in BERLINALE-RADIO, live from Potsdamer Platz. Es gibt auch ein BERLINALE-Radio: Der Sender Radioeins hat seinen Bus direkt am Potsdamer Platz geparkt und sendet von dort, selbstverständlich allen voran Kino-King Knut Elstermann!

Photo7306In this BERLINALE social bus you can relaxing or meeting friends and perhaps celebrities… Freundlicherweise kann sich der fußlahme und durstige Passant im BERLINALE Socialbus versorgen, ohne in die überfüllten Restaurants eilen zu müssen. Vielleicht trifft man hier auch spannende Leute?

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BÄRLINALE (BEARLINALE) by night.

Gesehen auf der Berlinale 2014: Ikarus (1975)

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Foto3665Foto: Berlinale-Spielort – Haus der Kulturen der Welt

The film festival Berlinale 2014 is over but I want to present a very special film which was shown in a special movie screening for kids.

The name of the movie is Ikarus. It was filmed in 1975 in the East-part of Berlin. Amazingly, this movie was rather suitable for adults then kids. It has many levels. At first the story of the main character, a 11-year-old boy, who must be adapted on a new situation. The parents are divorced but having new mates, the father promised to fly with him over Berlin at his birthday but forgot it etc. But at the same time, the movie broached  implicitely the issue of all kind of problems in the GDR. Children had no dreams or all dreams were broken by the system. Or every lapse of a kid was decried in front of the whole class at school etc.

Usually this kind of movie was forbidden by the censorship in the GDR. But the film crew made a trick. At first the movie was declared to be a movie for kids. And secondly a very strong scene was included for the removement by the censorship whereas all other critical scenes were overlooked by the censor then.

Interestingly, Ikarus was shown at the Berlinale in 1982 again in the childreens part.

Schon ist die Berlinale 2014 Geschichte, dennoch möchte ich einen besonderen Film vorstellen, der im Rahmen einer Sondervorführung für Kinder (Generation) gezeigt wurde.

Der Film heißt Ikarus, stammt aus dem Jahre 1975 und wurde in Ost-Berlin gedreht. Wer also Lust hat, die Schönhauser Allee, den Alex, die Heinrich-Roller-Straße oder die Oderbruchkippe im Zustand von vor 40 Jahren zu besichtigen, ist hier unbedingt richtig. Wer jedoch einen Kinderfilm erwartet hat, wurde überrascht von einem tiefgründigen, sehr mutigen Film voller Subtexte, der eher ein erwachsenes Publikum ansprach, wie eine spontan durchgeführte Umfrage zeigte (statistisch signifikant: acht Befragte, Kinder und Erwachsene, west- und ostsozialisiert 😉 ). Spaß beiseite.

Der damals elfjährige Hauptdarsteller machte durch sein Spiel den damals herrschenden, allgemein ausgeübten Druck in der DDR erfahrbar: das Eingesperrtsein wegen fehlender Reisemöglichkeiten, das Zugrundegehen von Kinderträumen, die spießigen 1970er in der Diktatur, das Anprangern kleinster Verfehlungen vor der versammelten Klasse. An der Erzähl-Oberfläche werden auch heute noch aktuelle Probleme angesprochen: die Trennung der Eltern, ein Neuanfang in einer anderen Umgebung, wie geht ein Kind mit Versprechungen und Lügen um… Dieser aus der kindlichen Perspektive erzählte Film wäre fast der DDR-Zensur zum Opfer gefallen, wenn nicht die listige Vorgehensweise der Filmcrew gewesen wäre, die einen Trick zu Hilfe nahm. Berichtet hat davon die Dramaturgin Inge Heym, die nach der Filmvorführung als Interviewpartnerin zur Verfügung stand. Ihrer Kompetenz und Erzählfreude ist es zu verdanken, dass Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden konnten und die Besonderheiten im Umgang mit der Zensur erklärt wurden. Beispielsweise war den Filmemachern klar, dass ihr Werk einen besonderen „Aufreger“ haben müsste, der die Zensoren vom restlichen Inhalt ablenken und somit den Film vor dem allgemeinen Verbot schützen würde. Dieser „Aufreger“ (neudeutsch: „NoGo“) musste auf Anordnung verändert werden, damit der Film die notwendige Aufführungsgenehmigung erhalten konnte. Gleichzeitig wurde er wegen seiner vorgeblichen Harmlosigkeit als Kinderfilm eingestuft. Allerdings wunderten sich später die Verantwortlichen, dass die Nachmittagsvostellungen, in denen „Ikarus“ gezeigt wurde, von Erwachsenen überrannt wurden. Nur etwa vier Kopien des Films wurden angefertigt und konnten in den Kinos der DDR gezeigt werden.

Schade, dass kein Wort über Bettina Wegener fiel, die Lieder zum Film beigesteuert hatte.

Regie: Heiner Carow

Drehbuch: Klaus Schlesinger

Lieder: Bettina Wegener

Dramaturgie: Inge Heym

Darsteller: Rolf Hoppe in einer Nebenrolle u.v.m.

ps: Übrigens lief der Film schon einmal während der Berlinale (West-Berlin), nämlich 1982, als Kinderfilm-Beitrag der DDR…

pps: Die restaurierte Fassung des Films ist seit kurzem als DVD erhältlich.

Gesehen auf der Berlinale 2014 – Ciencias Naturales (Naturkunde)

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Foto3656Es ist wieder Berlinale-Zeit! Die Berlinale ist das Filmfestival in Berlin, von dem ich schon mehrmals berichtete: Hier geht es zu meinen Rezensionen der Vorjahre.

Heute stelle ich einen argentinisch-französischen Film des Regisseurs Matías Lucchesi vor. Der Film Ciencias Naturales (Natural Sciences) lief in der Originalsprache Spanisch mit englischen Untertiteln und wurde deutsch live eingesprochen. (Kategorie: Generation Kplus, empfohlen ab 10 Jahre)

Kinder-Rezension von Fantaghiro, 10 Jahre: Mir hat der Film sehr gefallen, weil wir im Unterricht gerade genau denselben Stoff haben 😉 und weil Lila so hartnäckig geblieben ist bei der Suche nach ihrem Vater. Ich fand sehr schön, dass die Lehrerin ihr Mut gemacht hat und sie so unterstützt und sogar für sie gelogen hat. Auch dass sie die lange Fahrt auf sich genommen hat, obwohl der Ort 400 km entfernt lag. Lila fand ich toll, sie hat die Gefühle und alles gut gespielt. Die Natur und die Berge haben mich sehr beeindruckt, auch dass die Kinder so frei sind und ein Pferd zum Reiten haben. Die englischen Untertitel konnte ich immer mitlesen und wenn ich sie nicht verstanden habe, hörte ich auf die deutsche Synchronstimme. Das Thema hat mich sehr interessiert, weil es sonst nicht so in Kinderfilmen angesprochen wird.

+++BREAKING NEWS+++ Großer Preis der Internationalen Jury von Generation Kplus für den besten Langfilm, im Wert von € 7.500 gestiftet vom Deutschen Kinderhilfswerk: Ciencias Naturales von Matías Lucchesi +++BREAKING NEWS+++

Interviewfragen der Kinder nach der Vorstellung am 11. Februar 2014 an den Regisseur des Films, Matias Lucchesi, und der Hauptdarstellerin Paula Hertzog:

Was hat der Titel mit dem Film zu tun?

Matias: Der Titel heißt übersetzt „Naturkunde“, damit sind in dem Film drei Dinge gemeint: Zunächst unterrichtet die Lehrerin zweimal das Fach „Naturkunde“, die Kinder lernen, welche Bedingungen die Pflanzen für ihr Wachstum brauchen. Zweitens beschäftigt sich der Film mit dem Erwachsenwerden, so wie es die Natur will. Und natürlich mit den neuen Fragen, die dabei entstehen. Die Suche nach dem Vater ist also ebenfalls Naturkunde.

Wieviel Leute haben an dem Film mitgearbeitet?

Matias: Insgesamt zählte das Team 40 Leute, Schauspieler und Techniker. Das ist recht wenig, weil wir ein kleines Budget hatten.

Wie lange dauerten die Dreharbeiten?

Matias: Zwei, drei Monate.

Wie viele Techniker saßen bei dem Dreh noch im Auto?

Matias: Meistens waren insgesamt fünf Menschen im Auto. Außer den beiden Schauspielern noch der Kameramann, der Tonmann und noch jemand. Es war sehr unbequem. Deshalb haben wir den Tonmann öfter wieder aussteigen lassen, weil es auch sehr schnell gehen musste. Den Ton haben wir dann nachbearbeitet.

Gibt es die Schule in den Nebelbergen tatsächlich?

Matias: Ja, sie ist weitab von Siedlungen gelegen, man benötigt 6 bis 7 Stunden, um über holprige Straßen dorthin zu gelangen. Einige der Schüler, die dort leben, haben sogar im Film mitgespielt!

Könntest du die vorstellen, auch auf eine solche Internatsschule zu gehen?

Paula: Wenn ich in den Bergen aufgewachsen wäre, sicherlich. Aber ich wohne drei Blocks vom Meer entfernt in einer Stadt. Dort ist es ganz anders als in den Bergen.

Gehört das Pferd dir?

Paula: Leider nicht.

War der Schmied der richtige Vater von Lila?

Matias: Ja, Lila hat zum Schluss ihren Vater gefunden.

Ist das dein erster Film?

Paula: Nein, ich habe schon einmal in einem Film mitgespielt. Der Film wurde auch in Berlin (Berlinale 2011, d.A.) aufgeführt, deshalb war ich auch schon einmal hier. Ich erinnere mich gut, es hat mir gefallen, ich war damals Eislaufen.

Was war das Schwierigste beim Filmdreh?

Paula: Es war sehr kalt und ich musste das schwere Sattelzeug des Pferdes schleppen. Das war sehr anstrengend.

Und das Schönste?

Paula: Das wir alle zusammengearbeitet haben.

Gesehen im Kino: „Gloria“ (2013)

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Foto1043Recently in Vienna: Having a tepid summer evening and driving to the oldest baroque garden in town and experiencing „Kino wie noch nie“ („cinema like never before“). In the garden „Augartenspitz“, the film archive of Vienna had presented an open-air cinema right under the starry sky. In July, 4th 2013, the saison was started with the Chilean movie „Gloria“ (original with subtitles) of the director Sebastián Lelio. The main actor Paulina Garcia won the prize for the best actor (Silberner Bär)  at the Berlin fim festival Berlinale and made for dancing moviegoer.  In contrast, the Vienna moviegoer were not so excited to dance during Umberto-Tozzi’s hit „Gloria“ but most of them were ravished to sing along it.

Gloria, a woman in her late fifties, expierenced everything: divorced from her husband having a yonger wife now, two adult children trying to solve their own problems and having a more or less satisfying job. Is that all? With full zest of life, she hurled oneself in the excitements of life, disco and dance afternoons.  But when she abandoned her reservation to dress to the nines then she was promptly in love.

The camera is very close to the figure and let us astonish about the mutability of this woman. We attended Gloria as attractive dancer but also saw her face full of frustation making her 20 years older. The german film reviewer Knut Elstermann expressed it accurately that Gloria represents the future whereas her lovers belong to the past. In the subcontext the film dealed also with the political events of the near past. The director called the atmosphere of the movie ‚bittersweet‘. The life has no sense but it goes over forever. It’s simple but true.

(thanks for translation: doc t.)

Neulich in Wien:

Man nehme einen lauen Sommerabend, fahre in den ältesten Barockgarten der Stadt und erlebe „Kino wie noch nie“. Im Augartenspitz hat das Filmarchiv Wien unter diesem Motto einen Sommerkinosaal unter freiem Sternenhimmel eingerichtet und eröffnete am 4. Juli 2013 die Saison mit dem chilenischen Film „Gloria“ (OmU) des Regisseurs Sebastián Lelio.

Der Festivalleiter der Viennale, Hans Hurch, richtete einige Worte des Stolzes an das gesetzte Publikum 40+, dann begann die Aufführung von „Gloria“. Die Hauptdarstellerin Paulina Garcia, hatte für ihre Rolle bei der Berlinale 2013 den Preis für die Beste Hauptdarstellerin, den Silbernen Bären, erhalten, und für tanzendes Publikum gesorgt. Ganz so euphorisch reagierte das Wiener Publikum nicht, als der Umberto-Tozzi-Hit „Gloria“ erklang, aber zum Mitsingen und Schlussapplaus ließen sich alle hinreißen.

Gloria, Ende 50, hat alles schon erlebt: geschieden vom Ehemann, der sich eine Jüngere geangelt hat, zwei erwachsene Kinder, die versuchen, ihre Probleme selbst zu lösen, im Job läuft alles. War’s das? Voller Lebenshunger stürzt sie sich in die Aufregungen, die ihr das Leben noch bietet, Tanztee und Disco. Mit Würde und doch innerlich zitternd tritt Gloria aus ihrer Zurückhaltung heraus, macht sich schön und verliebt sich prompt.

Immer bleibt die Kamera dicht bei ihr und lässt uns staunen über die phänomenale Wandlungsfähigkeit dieser Frau. Wir begleiten Gloria als attraktive, begehrenswerte Tänzerin und ebenso erleben wir, wie ihr vor Enttäuschung zerfurchtes Gesicht sie um 20 Jahre altern lässt.

Gloria ist die Zukunft, wie Knut Elstermann es treffend formuliert hat, während die Männer, die sie trifft, zur Vergangenheit gehören. Subtil drängen sich Fragen zu politischen Ereignissen der jüngsten Vergangenheit auf, die Chile bis heute bis in das Privatleben hinein prägen. Der Film stellt weder diese Fragen noch beantwortet er sie, deshalb treten sie umso deutlicher hervor. Der Regisseur nannte die Atmosphäre seines Films „bittersüß“. Das Leben hat keinen Sinn, aber es geht immer weiter. So einfach wie wahr.

Seit dem 8. August 2013 läuft der Film auch in deutschen Kinos.

 

Gesehen auf der Berlinale: Kopfüber – UPSIDEdown (Deutschland 2012)

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Scannen0002Ich weiß, sie ist vorbei, die Berlinale 2013.  Aber ich kann es nicht lassen, Euch noch einen allerletzten Berlinale-Film zu empfehlen: Kopfüber – UPSIDEdown, (english: here) ein Film von Bernd Sahling, empfohlen für Zuschauer ab 8 Jahre.

Sascha wohnt mit seinen beiden älteren Geschwistern und der Mutter in einer Kleinstadt. Sein Bruder ist ein Kleinkrimineller (was für eine Bezeichnung…) und Sascha scheint in dessen Fußstapfen treten zu wollen. Das Großwerden ist gar nicht so einfach, wenn man sich das falsche Vorbild hat. Als die Mutter um Hilfe beim Amt ersucht, wird dem Jungen ein Familienbeistand zur Seite gestellt: ein etwas zaghafter junger Mann. Er verkörpert für Sascha von allem etwas, ein wenig Vater, ein bisschen Kumpel und ein Stückchen Bruder. Sascha vertraut ihm und zeigt ihm einen Teil seiner Welt – die selbst eingerichtete kleine Fahrradwerkstatt.

Dann folgen medizinische Untersuchungen und die Vermutung, woran das Kind leidet. Die Ärztin verschreibt Medikamente, die die Aufmerksamkeit des Jungen erhöhen sollen. Tatsächlich wird das Familienleben ruhiger, denn weder Polizisten noch Lehrer beschweren sich mehr. Alle atmen auf, nur Saschas Freundin Elli ist enttäuscht von den Veränderungen. Zwar „funktioniert“ der Junge in den Dingen, die in der modernen Gesellschaft wichtig scheinen, aber er hat sein Lachen und seine Kreativität verloren. Aus dem sorglos mit Elli umherstreifenden Kind, das eifrig und ausdauernd Geräusche aufnimmt, um daraus Musik zu kreieren, wird ein beflissener Junge, der sich nur noch auf  seine Pflichten besinnt.

Wer DEN Film zum Thema ADHS erwartet, wird sicher enttäuscht. Es ist ein ruhiger, beobachtender Film, der ganz dicht an dem Jungen bleibt. Der ewigen Frage der Anpassung des Individuums an die Gesellschaft wird nachgegangen und kann, das liegt in der Natur der Sache, nicht beantwortet werden. Ebenso die Frage der Verantwortung abwesender Eltern: Ellis Mutter ist tot, ihr Vater tagelang als Fernfahrer unterwegs. Saschas Vater ist unbekannt und die Mutter durch Arbeit, Haushalt und ständige Sorge um ihre Söhne überfordert und nicht ansprechbar. Unterschwellig scheint noch ein weiteres Problem auf: die Übermacht des Konsums und die daraus resultierenden verlockenden Angebote, die es Kindern fast unmöglich machen, sich den Versuchungen zu entziehen. Nur eine Handbewegung und schnelle Beine sind vonnöten, um alle vordergründigen Wünsche zu erfüllen.

Zur Vorstellung waren der Regisseur Bernd Sahling, die Drehbuchautorin Anja Tuckermann, der Produzent Jörg Rothe und der Schauspieler Claudius von Stolzmann gekommen. Ausführlich und geduldig beantworteten sie die Fragen der Kinder. Hier eine Auswahl der Antworten:

Das Thema des Films wird seit einigen Jahren kontrovers diskutiert, daher war es schwierig, Geld für dieses Unterfangen zu beschaffen. Das Drehbuch war schon 2001/2002 fertiggestellt, es beruht auf eigenem Erleben des Regisseurs aus seiner Zeit als nebenberuflich tätiger Familienhelfer. Gedreht wurde ab September 2011 für zwei Monate in Jena / Thüringen. Der Titel Kopfüber beruht auf Ellis Idee, dass ihr Freund schneller denken kann, wenn sein Kopf besser durchblutet wird. Deshalb der Versuch, sich kopfüber aus dem Bett zu hängen.

Und nein: Der Hauptdarsteller raucht im wahren Leben nicht (im Film wurden Kräuterzigaretten verwendet), er hat auch kein ADHS und keine schlechten Schulnoten, die Fensterscheibe hat nicht er, sondern fachmännisch ein Glaser zertrümmert. Und nochmals nein: Sascha und Elli sind sich am Set aus dem Weg gegangen und haben sich nicht angefreundet. Leider 😉 Die Polizisten waren auch nicht echt…

Das Beste zum Schluss: voraussichtlich ab Oktober 2013 wird der Film in deutschen Kinos gezeigt. Wer auf dem laufenden bleiben will: hier gibt es die neuesten Informationen.

Und hier noch ein Veranstaltungshinweis:

Im Potsdamer Filmmuseum wird am 26. Februar 2013 ein Gespräch mit Mitwirkenden und dem Filmteam von „Kopfüber“ präsentiert, moderiert vom Filmkritiker Knut Elstermann:

http://www.filmmuseum-potsdam.de/de/350-3359.htm

NACHTRAG: Filmstart in deutschen Kinos wird am 7. November 2013 sein!

Gesehen auf der Berlinale 2013: Mama ich lieb dich (Lettland 2013)

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PTDC0298Und schon ist alles fast vorbei: die Berlinale 2013 schließt heute die Glitzervorhänge für ein Jahr. Doch bevor die Roten Teppiche wieder eingerollt werden, möchte ich den lettischen Film Mammu, es Tevi milu (english: here) vorstellen. Der Film wird für Zuschauer ab 10 Jahre empfohlen, Regie führte Janis Nords.

Der zehnjährige Raimond lebt mit seiner Mutter, einer viel beschäftigten Ärztin, in Riga. Am liebsten rast er mit seinem Roller durch die Stadt oder trifft sich mit seinem Freund Peter, dessen Mutter als Putzkraft arbeitet. Peter hilft ihr ein bisschen bei der Arbeit und entdeckt dabei in der Wohnung ihres Auftraggebers ein Motorrad. Er zeigt es Raimond, der begeistert ist. Als Peter jedoch Geld aus einem Glas und die Wohnungsschlüssel stiehlt, ist der Spaß vorbei. Eine verwickelte Geschichte nimmt ihren Lauf. Raimond wird bestohlen und wird selbst zum Dieb und Einbrecher. Nicht genug damit: Auch ein harmloser Schulspaß mit einer Mitschülerin wird aufgebauscht und bringt den Jungen in große Bedrängnis. Und schließlich stellt sich heraus, dass Raimonds Mutter ihren Sohn belügt. Am Ende landen die Kinder als Verdächtige auf dem Polizeirevier und Raimond lässt es zu, dass Peter beschuldigt wird.

Im Mittelpunkt dieses Films steht eine ganz normale Mittelschichtsfamilie. Ein kluger, selbständiger Junge, lebt in einer hübschen Wohnung. Seine Schule ist schön und renoviert, leistet sich ein Schulorchester und eine Sozialarbeiterin.  Die Kinder stehen ständig unter Aufsicht, werden ohne Unterlass zu besserem Benehmen ermahnt und von ihnen werden hohe Leistungen erwartet. Aber niemals nimmt sich jemand von den Erwachsenen ernsthaft Zeit, den Kindern in die Augen zu sehen und nachzufragen. Kein Interesse, kein Verständnis, keine Zeit. Nach außen hin läuft alles bestens, wird jedoch durch soziale Verwahrlosung erkauft.

Im Rahmen der Berlinale 2013 erhielt dieser Film den GROSSEN PREIS DER INTERNATIONALEN JURY VON GENERATION KPLUS (Kinder)!