Schlagwort-Archive: Gedenkminute

1. Verlosung zum Welttag des Buches am 23. April: Blogger schenken Lesefreude

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https://i1.wp.com/bloggerschenkenlesefreude.de/Blogger_Lesefreude_2014_Logo.jpgZum UNESCO-Welttag des Buches muss ich einfach meinen Senf – äh, mein Buch dazugeben! Schon im letzten Jahr hatte ich das große Vergnügen, mit großem Tadaa eine Verlosung zu starten und einige meiner Büchlein an Frau und Mann zu bringen. Hier ist übrigens die aktuelle Teilnehmerliste aller Blogger, die weitere Bücher verlosen. Ich bin die Nummer 239 😉

In diesem Jahr habe ich die besondere Ehre, ein Buch zu verlosen, das mir freundlicherweise Frau Katharina Waltermann vom dumont-Verlag zur Verfügung gestellt hat! Ich finde, es passt hervorragend zu einer besonderen Thematik auf meinem blog, nämlich Schrebers Garten 😉 Viel Glück allen Kandidaten, die sich bitte bis zum 4. Mai 2014 in einem Kommentar unter diesem Beitrag um den Gewinn dieses Buches bewerben können:

Tender | ObstNigel Slater: Tender Obst. Vom Apfel bis zur Weintraube

PS: Und wer sein Glück ein zweites Mal versuchen möchte, springe noch in diesen Lostopf für „Schiffbruch mit Tiger!“ 😉

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Gedenkminute: Dr. Seuss‘ 110. Geburtstag am 2. März 2014

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dr-seuss0002„A fish in a tree – how can that be?“ If you are interested in this question and additionally when you know the sensible elephant Horton then you will watch for a speck of dust and you certainly love Dr. Seuss. He was born since 110 years agao in the state Massachusetts having the real name Theodor Seuss Geisel. His grandparents belong to Germany. In Oxford he began to study English literature to become a teacher but his later wife Helen encouraged him to become an illustrator. Both travel together through 30 countries later. On the way back from Europe in 1936, he was inspired by the rythm of the engine to write his first book. He sent this book to many publishers but it was rejected. But before he burnt the manuscript, he got a second chance by his school friend. Finally the book „And to think that I saw it on Mulberry Street“ was published. It was the starting point of his incredible career. Random House asked for a primer containing 220 words and he wrote „The cat in the hat“. It became a well-known book. Childs and parents like the wordplay and the paintings. But Geisel always asserted that he never learned to paint. The ideas and the strange creatures were created during the school time in the lessons.

When Dr. Seuss died at the age 87, there are 200 million books in 15 different languages worldwide. Now there are CD’s and an ingenious webside http://www.seussville.com/.  At the University of San Diego (state California), a library was named after Theodor Seuss Geisel containing a collection of his work   having an exhibition . Last but not least, there is the National Read Across America Day (a reading project) in honor of Dr. Seuss.

„A fish in a tree – how can that be?“ Wen diese Frage schon immer bewegt hat und wer noch dazu den sensiblen Elefanten namens Horton kennt, achtet gern auf Staubkörnchen und liebt Dr. Seuss. Letzterer wurde vor genau 110 Jahren unter dem bürgerlichen Namen Theodor Seuss Geisel in Massachusetts geboren. Alle seine Großeltern stammten aus Deutschland. In Oxford begann er zwar zu studieren, um Englischlehrer zu werden, aber seine spätere Ehefrau Helen ermunterte ihn, seine Karriere als Illustrator voranzutreiben. Gemeinsam mit Helen bereiste er 30 Länder. Auf der langen Rückfahrt 1936 von Europa über den Ozean, inspirierte ihn der Rhythmus der Maschinen zu seinem ersten Buch. Als kein Verleger sein Buch drucken wollte, beschloss er, das Manuskript zu verbrennen. Aber durch die Vermittlung eines Schulkameraden bekam Geisel, der sich nun „Dr. Seuss“ nannte, die Chance zur Veröffentlichung von „And to think that I saw it on Mulberry Street“. Damit begann seine beispiellose Karriere. Random House bat ihn, ein Erstlesebuch für Kinder zu schreiben, das 220 Vokabeln enthalten sollte. So entstand „The cat in the hat“. Bald wurde es zum Standardwerk, Kinder und Eltern liebten den Wortwitz und die Zeichnungen. Wobei Geisel immer behauptete, niemals „richtig“ zeichnen gelernt zu haben,  seine Ideen und seltsamen Kreaturen würden seinen Schulheften entstammen, die er während des Unterrichts gefüllt hatte 😉 .

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Als Dr. Seuss im Alter von 87 Jahren starb, existierten 200 Millionen Bücher von ihm weltweit, sie wurden in 15 Sprachen übersetzt. In den letzten 20 Jahren wurden die Bücher immer beliebter, so dass es jetzt 300 Millionen Exemplare gibt. (Eine sehr gelungene, kongeniale Übersetzung des „Lorax“ ins Deutsche gibt es übrigens von Nadia Budde.) Die modernen Medien erweckten die Figuren zum Leben, es gibt beispielsweise CD-ROMs, Filme und eine wunderbar verrückte Seite zum spielen und lernen: http://www.seussville.com/

Die Universität in San Diego / Kalifornien hat eine Bibliothek nach Theodor Seuss Geisel benannt, die eine Sammlung seiner Werke beherbergt. Bis zum 26. April wird es dort auch eine Ausstellung mit Begleitprogramm geben. Außerdem gibt es ein Leseprojekt, den National Read Across America Day, das zu Ehren des Geburtstages von Dr. Seuss geschaffen wurde.

(Illustr. nach Figuren von Dr. Seuss: Fantaghiro und Doc. T.)

Themenjahr 2014: „1914. Aufbruch. Weltbruch“ in Berlin

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Foto3257The National Museum of Prussian Cultural Heritage in Berlin presenting again a theme year. The topic is remembrance on the 100th anniversary of the outbreak of the 1st World War. There are exhibitions, lectures, talks and a conference.

Many people yearned for this war and cheered after the start. But the 1st World War lured nearly half of the world on to destruction. More than 70 million soldiers are took part on the war!

The supposed last veteran, Claude Stanley Choules, died in February 2011 at the age of 110 years. His children enforced him to visit writing courses for his memoirs. It was published with the title „The last of the Last“ in 2009. The last female military figure was the british woman Florence Green. She died also at the age of 110 in 2012.

(translation: doc t.)

Die Staatlichen Museen zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz veranstalten erneut ein Themenjahr in Berlin, diesmal im Gedenken an den 100. Jahrestages des Ausbruchs des I. Weltkrieges 1914. Ausstellungen, Vorträge und eine Konferenz sind in einem Programm zusammengefasst.

Dieser Krieg, herbeigesehnt und anfangs bejubelt von Vielen, stürzte die halbe Welt in den Abgrund. Mehr als 70 Millionen Soldaten waren am Krieg beteiligt!

Der vermutlich letzte Kriegsveteran, Claude Stanley Choules, starb im Februar 2011 im Alter von 110 Jahren. Auf Drängen seiner Kinder hatte er Schreibkurse besucht, um seine Memoiren niederschreiben zu können. 2009 erschienen sie unter dem Titel „Der Letzte der Letzten“. Die letzte lebende weibliche Militärangehörige war die Britin Florence Green, die ebenfalls im Alter von 110 Jahren im Jahre 2012 starb.

Gedenkminute & Berliner Stadtgang: 20 Jahre Stolpersteine / Stumbling Blocks

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Stolperstein2958The last post in this year lead us back to hundreds places in this world and to the past. Back in the time when jewish German exciled or murdered and were forgotten. Their last mailing address could be gleaned and marked by a polished block made of brass having the size of a cobblestone. The main idea went back to the artist Gunter Demmings who designed in 1993 the first one among thousands. Every stumbling block is integrated in the street and engraved all personal data of the former neighbors. There are about 5,000 stumbling blocks in Germany alone. The biography of these neighbors are also investigated by some initiatives, at Humboldt university for instance, to collect them in a data base.

Der letzte Beitrag in diesem Jahr führt uns durch Hunderte Orte dieser Welt und eilt mit uns zurück in die Vergangenheit. In die Zeit, als jüdische Deutsche aus ihrer Heimat vertrieben oder ermordet und vergessen wurden. Ihre letzten Adressen konnten ausfindig und mittels eines polierten Messingblocks in der Größe eines Pflastersteins kenntlich gemacht werden. Die Idee für solches Gedenken stammt von dem Künstler Gunter Demnings, der 1993 den ersten von später Tausenden Stolpersteinen entwarf, die in das graue Straßenpflaster eingefügt werden und mit den eingravierten persönlichen Daten an die ehemaligen Nachbarn erinnern. Allein in Deutschland gibt es schon über 5000 Stolpersteine. Einige Initiativen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Biographien dieser Menschen zu erforschen und Datenbanken anzulegen, über die Einzelheiten aus deren Leben abgerufen werden können, wie zum Beispiel an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Wer wissen will, welche Stolpersteine schon verlegt wurden oder wer Interesse hat, selbst einen Stolperstein verlegen zu lassen, kann sich für Berlin an die Koordinierungsstelle wenden.

Gedenkminute: „Wochenpost“ zum 60. Geburtstag am 22. Dezember 2013

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Wochenpost LogoPhoto: ddr-comics.de

Why do I remember on a newspaper which is not available since nearly 20 years?

In december, 22nd 1953 a new weekly-released journal „Wochenpost“ appeared for the first time quite after the rebellion in June. Soon, it became the family journal of the GDR. Away from the usual propaganda, it presented modern topics in a casual manner. In their best times, the „Wochenpost“ had a circulation of about 1.25 million newspapers. But every newspaper was read along 4 other people to reach 5 million people in a country of about 17 million inhabitants.

The „Wochenpost“ based on the newspaper „Grüne Post“ dated back to the 1920’s. It had a mixture of totally different topics like the legendary feuilleton of  Heinz Knobloch supplemented by the graphics of Wolfgang Würfel or the court report by Rudolf Hirsch breaking the taboo of no crime in the GDR. Inimitably are also the small advertisements or the childreen page. Every article had aroused many discussions in the editorial office which were mainly carried out in the cafeteria. A process totally unusual in this time…

That’s why I did remember on this newspaper. It was special among all propaganda journals of the GDR. The editorial office took the reader seriously and reassured them to master the everyday life. (translation Doc T.)

Warum erinnere ich an eine Zeitung, die schon seit fast zwanzig Jahre nicht mehr in den Kiosken zum Verkauf ausliegt?

Am 22. Dezember 1953 gegründet als beruhigende Antwort der DDR-Regierung auf die Arbeiteraufstände im Juni, wurde die „Wochenpost“ die Familienzeitschrift der DDR. Abseits der allgemein üblichen Phrasen in den übrigen Zeitungen (Ausnahmen bilden der „Eulenspiegel“, „Das Magazin“ und wenige andere) bot sie in lockerem Ton moderne Themen für ein Millionenpublikum an. In ihren besten Zeiten erreichte die „Wochenpost“ eine Auflage von 1,25 Millionen Exemplaren plus jeweils vier mitlesende Personen pro Ausgabe. Das bedeutete bei einer Gesamtbevölkerung von 17 Millionen Bürgern eine Reichweite von 5 Millionen Lesern!

Basierend auf der in den 1920er Jahren erschienenen „Grünen Post“, präsentierte die wöchentlich bis 1996 erscheinende „Wochenpost“ einen bunten Mix in verschiedenen Rubriken. Legendär ist beispielsweise die Rubrik „Mit beiden Augen“ des Feuilletonisten Heinz Knobloch und des Graphikers Wolfgang Würfel, der mit seinen famosen Vignetten Knoblochs Feuilletons kongenial umsetzte. Ebenso beliebt und viel besprochen waren die Gerichtsreportagen von Rudolf Hirsch, weil sie unspektakulär daher kamen und einen Einblick in die ansonsten tabuisierte Welt des Verbrechens erlaubte. Einzigartig war gleichfalls der sonst unübliche Kleinanzeigenmarkt und die „Kinder-WoPo“ für den Nachwuchs.

Über Artikel wurde innerhalb der Redaktion oft stundenlang gestritten, die Diskussionen fanden ihre Fortsetzung in der Kantine, wie Knobloch berichtete: „… hier wurden Probleme diskutiert, wie sie in den Versammlungen nie zur Sprache gebracht werden konnten. Hier lernte man Zuhören und Fragen.“ Vor allem das Fragen war in dieser Zeit ungewöhnlich.

Deshalb erinnerte ich an diese Zeitung, weil sie so besonders war in der ansonsten gleich geschalteten Medienlandschaft der DDR. Weil die „Wochenpost“ ihren Lesern Mut machte, den mit den vielen kleinen  Entwürdigungen belasteten Alltag zu bestehen. Weil die Redakteure ihre Leser ernst nahmen.

Gedenkminute: Meret Oppenheim zum 100. Geburtstag

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Meret Oppenheim, born 1913 in Berlin, belongs to the circle of surrealists around André Breton (Paris) in 1930s. She loved Max Ernst, talked to Picasso, formed the ear of Giacometti and was photographed naked by Man Ray. The whole life time, she thought about the question: what is the pure woman kind of art. At the age of 14, she begans to record her dreams in a diary. As a young woman she wrote poems like this:

Do you hear the lions shout

unified banned consumed

The day had beaten them

without return.

(1935)

Because of her 100th birthday, the Martin-Gropius gallery in Berlin presents a wonderful retrospective of her work. which can be seen up to the December 1st 2013. (transl. doc t.)

Meret Oppenheim, 1913 geboren in Berlin, gehörte in den 1930er Jahren zum Kreis der Surrealisten um André Breton in Paris. Sie liebte Max Ernst, unterhielt sich mit Picasso, bildete das Ohr Giacomettis ab und ließ sich von Man Ray als Akt fotografieren.

Lebenslang beschäftigte sie die Frage nach der explizit weiblichen Kunst.

Seit sie 14 Jahre alt war, hielt sie ihre Träume in einem Tagebuch fest, die häufig in ihrem Werk Widerhall finden. Als junge Frau schrieb sie Gedichte wie dieses:

Hörst du die Löwen brüllen

Vereint verbannt verzehrt

Der Tag hat sie geschlagen

Ohne Wiederkehr

(1935)

Anlässlich ihres 100. Geburtstages bietet der Martin-Gropius-Bau in Berlin (zuvor in Wien) eine großartige Retrospektive des Werkes Meret Oppenheims, die noch bis zum 1. Dezember 2013 dort zu sehen sein wird.

Such mich / Search for me No. 2: Vatikanbrot, Schreibwerkstatt, Fukushima, Tausendsassa

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Mein blog wird gern gelesen, was mich freut. Interessant ist manchmal, wie die Leser auf  mich stoßen, welche Stichworte sie bei der Suche eingeben. Hier einige Kostproben:

Many people like my blog. It’s very interesting for me to see which keywords are relevant to locate me. Here is a little taste:

1. „wieviel geld verdient kranarbeiter“ – das weiß ich leider auch nicht, vielleicht sollte ich mal Handwerker Hannes fragen?

2. „schreibwerkstatt die schilderung posten 1“ – äh, geht es um einen Schreibkurs oder um Grenzposten?? Ich bin etwas ratlos. Ich hätte meinen Schreibkurs „Zeilenzauber“ anzubieten 😉

3. „dutzendsassa bedeutung“ – ich habe mehr zu bieten als ein Dutzend, denn hier habe ich Herkunft und Gebrauch von Tausendsassa beleuchtet

4. „worte für eine gedenkminute“ – das hört sich ja sehr staatstragend an, vielleicht eine Marktlücke, in die ich springen sollte? Obwohl ja meine „Gedenkminuten“ schon sehr außergewöhnlich sind…

5. „bleistiftabsätze in der schule“ – das fragen Sie bitte lieber Ihren Orthopäden! Aber ich weiß, wohin bei mir diese Frage führt: zu Marie!

6. „was passiert wenn ich mit metalllöffel das vatikanbrot umrühre“ Ich möchte Ihnen zurufen: Wagen Sie das Experiment! Seien Sie mutig und sehen Sie dem Ergebnis würdevoll entgegen! (Über das Rührergebnis würde ich gern informiert werden, vielleicht ergibt es eine neue Hermann/Vatikanbrot-Geschichte)

7. „texte gedenkminute 2 zeiler“ – siehe No. 4

8. „fukushima japanischen buchstaben“ – was mir alles zugetraut wird… Vielen Dank! Aber Japanisch kann ich leider noch nicht, nur Französisch, Englisch, Literaturdeutsch und Berlinerisch 😉 Aber hier gibts Auszüge aus meinen Text zu Fukushima.

9. „handwerker schreibwerkstatt“ – Ob dem Leser mein Handwerker Hannes gefallen hat?

10. „blumenkränzchen flechten“ – kann ich auch, hier das Resultat!

Ich wünsche, wohl gelacht zu haben 😉

Gedenkminute: Zerstörte Vielfalt – Berlin 1933

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zerstörte vielfaltSince the beginning of the year, in Berlin there are red-placarded advertising pillars located for instance at the Brandenburg gate, the Olympic stadium and at other prominent places. The pillars carrying the headline “Destroyed diversity” (in german “Zerstörte Vielfalt”). It will be commemorated on all lost people (during the time 1933 to 1945).

What would be happen, if the portraited people are still alive, not murdered or immigrated? If today these people or their relatives are our neighbors, husbands/wifes, classmates, colleagues, stars or idols?

Many museums and memorial places will take part in this campaign with many single projects. Since 80 years ago, the theme “Destroyed diversity” began with far-reaching consequences.

(transl.: doc t.)

In Berlin stehen seit Anfang des Jahres rot plakatierte Litfassäulen, zum Beispiel am Brandenburger Tor, am Olympiastadion und an anderen prominenten Orten der Stadt.  Die Säulen tragen die Überschrift „Zerstörte Vielfalt“ und erinnern daran, dass wir, die Stadt, so viele Menschen verloren haben.

Was wäre, wenn sie, die Porträtierten, überlebt hätten, nicht ermordet worden  oder ausgewandert wären, sondern sie und ihre Nachfahren heute unsere Nachbarn, Ehepartner, Mitschüler, Arbeitskollegen, Stars oder Idole wären?

Zahlreiche Museen und Gedenkstätten beteiligen sich mit weiteren Einzelprojekten an der Gesamtpräsentation des Themas der zerstörten Vielfalt, die vor 80 Jahren ihren Anfang nahm: http://www.berlin.de/2013/start/

Gedenkminute: Reiner Kunze zum 80. Geburtstag

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In the topic “Gedenkminute” I will remember on writers, thinkers and things around books, words and/or stories.

During my inquiry for the magister thesis about the East german feature writer Heinz Knobloch, I visited the widow who presented some books as gift. At home I realized that one book with the book cover „Heinz Knobloch – Pardon für Bütten“ contained the book of Reiner Kunze “Die wunderbaren Jahre” published in 1976 at Western Germany (BRD). The author Reiner Kunze had to leave the DDR in 1977. The government had banned him from his profession as writer. His poems and books were prohibited long ago, i.e. never saled or offered in libraries. In particular, the ownership was strictly forbidden and outlawed. But nonetheless, his work was read and circulated secretly. Someone wrote the texts by hand. It was the time where a teacher showing his pupils the journal of the National geographic was sent at home permanently. Pupil were sent at home when carrying a Blue Jeans or bringing a plastic bag with commercial to the school. Or, as Kunze wrote, carrying metal-rimmed glasses was a sign for decadence and one was under a cloud to be influenced by the “imperialistic vogue”. All these small denunciations and large betrayals of confidence were described by Kunze in his book “Wunderbare Jahre” so that the breath of the today’s reader caught. One has a feeling of the life in the small country called DDR…

Heinz Knobloch has hide the book of his friend between his own books for nearly 30 years until his death. Nobody knew it.

I read the book “Wunderbare Jahre” 29 years after the wall falls down. Since then, I’m fall for the poetry and eloquence of Reiner Kunze.

All the best for you to the 80th birthday, dear Reiner Kunze.

(Thank you for translation: doc T.)

In der Rubrik  “Gedenkminute” erinnere ich an Dichter, Denker und Dinge rund um Bücher, Wörter und Geschichten.

Während meiner Recherchen zur Magisterarbeit über den Feuilletonisten Heinz Knobloch besuchte ich auch dessen Witwe. Wir hatten ein sehr schönes Gespräch und zum Schluss durfte ich mir aus dem Nachlass Heinz Knoblochs einige seiner selbst geschriebenen Bücher als Geschenk heraussuchen. Als ich zu Hause eines dieser Bücher mit dem Titel „Heinz Knobloch – Pardon für Bütten“ auf dem Schutzumschlag aufschlug, war ich überrascht. Es befand sich nicht das Erwartete darin, sondern Reiner Kunzes „Die wunderbaren Jahre“. Die Ausgabe ist aus dem Erscheinungsjahr 1976, erschienen im S. Fischer Verlag Frankfurt am Main (Bundesrepublik Deutschland). Der Schutzumschlag ist fest verklebt mit dem Buch, sodass der wirkliche Titel nicht erkennbar ist.

Was es damit auf sich hat? Der Autor Reiner Kunze, dem durch Berufsverbot das Leben in der DDR unmöglich wurde, hatte 1977 die DDR verlassen und war in die BRD übersiedelt, Seine Gedichte und Bücher waren in der DDR längst verboten, sie wurden weder verkauft noch in Bibliotheken angeboten und der Besitz war strafbar. Und trotzdem fanden sie ihr Publikum, denn die Texte wurden in der DDR von Hand abgeschrieben und heimlich weitergereicht. In einer Zeit, als ein Geographielehrer, der die amerkanische „National geographic“ seinen Schülern im Unterricht zeigte, zur Strafe zwangsberentet wurde. Wo Schüler wieder nach Hause geschickt wurden, wenn sie in Blue Jeans oder mit einer Plastiktüte in der Schule erschienen. Die vom Schuldirektor nach einem erniedrigenden Gespräch gezwungen wurden, unliebsame Aufnäher der Friedensbewegung „Schwerter zu Pflugscharen“ von der Jacke abzutrennen, oder in Kauf zu nehmen, von der Schule verwiesen zu werden. Oder, wie Kunze schreibt, das Tragen von Nickelbrillen als dekadent galt und unter Verdacht des „imperialistischen Modeeinflusses“ stand. All diese kleinen Denunziationen und großen Vertrauensbrüche vermag Kunze in den „Wunderbaren Jahren“ so zu schildern, dass auch dem heutigen Leser der Atem stockt. Weil ein Nachspüren möglich wird vom Leben in diesem kleinen Land DDR

Heinz Knobloch hat das Buch seines Freundes fast 30 Jahre zwischen seinen eigenen Büchern versteckt und bis an sein Lebensende aufbewahrt. Niemand hat davon gewusst.

Ich las das Buch „Die wunderbaren Jahre“ 29 Jahre nach dem Fall der Mauer, und bin seitdem der Poesie und Sprachgewalt Reiner Kunzes verfallen.

Allerbeste Wünsche zum 80. Geburtstag, lieber Reiner Kunze.

Gedenkminute: Heinz Knoblochs 10. Todestag am 24. Juli 2013

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Foto1416From today  10 years ago, the most famous feature writer of the former GDR, Heinz Knobloch, died. He published his feuilletons in all relevant newspapers and journals. Some of them are collected in books with millions of readers. This ability to telling stories based on his childhood in Dresden where Knobloch spent much time with his grandparent. Instead to tell fairytales the grandfather explained him the libretti of popular and famous music operas. The grandma travelled with him along the river Elbe and showed him ‚the world without borders‘. There are borders between states but the landscape as well the people remained the same.

Today he was honored by a memorial tablet at his former flat in Berlin-Pankow.

Heute, vor 10 Jahren, starb der Feuilletonist der DDR.

Heinz Knobloch hat in nahe zu allen relevanten Zeitschriften der DDR seine Feuilletons veröffentlicht. Voranzustellen ist, dass der Zeitungsmarkt in der DDR stark reglementiert und reduziert war, also kein Vergleich zum heute überbordenden Angebot. Außerdem gab es für die meisten Leser keine Möglichkeit, auf ausländische Presseerzeugnisse zuzugreifen.

In den ersten zehn Jahren erschienen Knoblochs Arbeiten unter anderem im seit 1920 erscheinenden „Magazin“, in der führenden Modezeitschrift „Sibylle“, in der  beliebten Jugendzeitschrift  „Neuen Leben“, in der Frauenzeitschrift „Für Dich“, in der überregionalen Gewerkschaftszeitung „Tribüne“, in der „Wochenpost“ und in verschiedenen Regionalzeitungen. Um es salopp zu formulieren: An Knobloch kam niemand vorbei und seine Leserschaft wuchs stetig. Die Strategie, seine Feuilletons  in so vielen verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften zu platzieren, ging auf: eine Vielzahl von Lesern wurde aufmerksam und riss ihm die von nun an regelmäßig erscheinenden Feuilletonsammlungen Knoblochs schier aus den Händen. Die erste Sammlung, „Mir gegenüber“ ((1960) brachte er zusammen mit seinem Lehrer, dem Dichter und Schriftsteller, Reiner Kunze, heraus. Es folgten viele Dutzende andere.

Grundlagen für dieses außergewöhnliche Erzählvermögen wurden schon in Knoblochs Kindheit gelegt, die er zunächst in Dresden verlebte. Die ganze Familie, vier Generationen, wohnte gemeinsam in einer großen Wohnung mit fünf Zimmern am Elbufer, nahe der „Blaues Wunder“ genannten Brücke. Viel Zeit verbrachte der Junge mit seinen Großeltern, die ihn auf vielfältige Weise förderten. Der Großvater hörte mit seinem Enkel Opernmusik oder Operetten und erzählte ihm die Libretti der Opern anstelle von Märchen. Mit der Großmutter bereiste Knobloch die an der Elbe gelegenen Orte, bis ins Böhmische hinein. Während dieser Reisen lernte der Junge vielleicht, den Blick zu öffnen für die kleinen Dinge, die nebenbei, am Wegesrand passierten und doch für die Bewohner – und manchmal sogar für die ganze Welt – Bedeutung erlangen. Möglicherweise hat ihm gerade hier die Großmutter gezeigt, wie nichtig willkürlich gezogene Grenzen für das Denken sind, und dieses „weltbürgerliche“ Denken hat Knobloch in der Enge des kleinen Landes DDR begleitet und scheint durch viele seiner Feuilletons hindurch.

Seit heute gibt es an dessen Wohnhaus in Berlin-Pankow für Heinz Knobloch, der vielen anderen Berliner Persönlichkeiten eine Gedenkplakette ermöglichte, eine Gedenktafel.

© Andrea Maluga

„Mit beiden Augen. Heinz Knoblochs Feuilletons in der ‚Wochenpost'“ (Magisterarbeit)