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#AUTORENWAHNSINN #1: Meine erste Challenge

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autorenwahnsinn-1-schreibziele-2016

Each week a new question from „Schreibwahnsinn“ in my first challenge ever:

What are your goals in this month?

Very famous authors like Thomas Mann or Utta Danella  wrote 500 words each day – they are my idols!! I try to write the same, 10.000 words per month, i. e. 40 typewriter pages. Currently I work on a children’s novel abour a crazy girl who likes stars and outer space 😉

Jede Woche stellt Schreibwahnsinn eine neue Frage und ich bin dabei (wenn auch in loser Folge), wenn es um’s Beantworten geht! Hier also Challenge No. Eins:

Was sind Deine Schreibziele für diesen Monat?

Da ich immer wieder staune, wie viele Seiten manche Autoren täglich schreiben oder wenigstens behaupten zu schreiben, habe ich mich bei den Klassikern umgesehen. Angeblich sollen Thomas Mann und Utta Danella jeden Tag 500 Wörter, also zwei Schreibmaschinenseiten (Normseiten) auf’s Papier gebracht haben. Das beruhigt mich, denn ich habe mir für dieses Jahr vorgenommen, an jedem Arbeitstag mindestens 500, besser noch 600 Wörter zu schreiben.Das macht 40 Seiten im Monat. Hört sich gut an, oder?

Seit dem NaNoWriMo-November im vergangenen Jahr arbeite ich an meinem Roman für Kinder ab 10 Jahre. Gerade heute früh kam mir die zündende Idee, wie ich meine weltraumverrückte Protagonistin so richtig ärgern kann. Das habe ich nämlich von meiner Dozentin Diana Hillebrand gelernt 😉 Natürlich alles nur, um die Spannung zum Höhepunkt zu treiben. Die Ärmste (also nicht Diana, sondern meine Hauptheldin) muss das furchtbare Geschehen regungslos mit ansehen, ohne eingreifen zu können. Ich hoffe, die Leser wollen ihr dann am liebsten zu Hilfe eilen…

Sollte mir zwischendurch fad werden, denke ich mir aus, wie es bei meiner neuesten Geschichte für Vorschulkinder weiter geht. Vielleicht kommt der Hund Dolly zu Besuch und bringt meine Heldin in Gefahr? Außerdem habe ich einen halben Handwerker Hannes in petto, der war nämlich in Hamburg. Und was er da alles erlebt hat, meine Güte 😉 Was treibt Euch so um?

Handwerker Hannes rockte die Lesebühne „SoNochNie“

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lesebuehne-sonochnie-jan-2017-hohe-aufloesungWhat a night on the Reading Stage SoNochNie in Berlin! My fanbase surprised me so much – thank you for coming ❤ The keeper of the minutes believes that I love my protagonist „Craftsman Hannes“, who speaks Berlin idiom 🙂

 

„Volle Hütte“ an einem Montagabend, konstatierte der Protokollant der Lesebühne SoNochNie anlässlich der Lesung am 23. Januar 2017. Das lag zum großen Teil an meiner unglaublichen Fangemeinde, die es sich nicht nehmen ließ, aus den Weiten der Großstadt anzureisen. Vielen lieben Dank, Ihr habt mich schwer überrascht!

Weiter aus dem Protokoll (das auch die weiteren Lesenden bedenkt):

„Nach der Pause war die Andrea („andreamaluga.wordpress.com“) dran. Sie las zwei heitere Geschichten über den Handwerker Hannes. Sie leistete einen Beitrag zur Erhaltung der Berliner Schnauze. Ich glaube, sie liebt ihn (;-)), auch wenn sie ihn für einen Fall für den Frauenbeauftragten hält.“

Homestory: Was Sie schon immer über mich wissen wollten!

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Photo1981What does an author do? Right, he or she writing stories the hole day. And writing and writing and writing… and thinking and drinking coffee. First I wrote the stories on my computer. But since one and a half year I’m writing on paper in very nice books instead using the computer.

So I finished my „Special Edition“ with 7 titles. I wrote 4 stories about the young boy Mo and his friends. From time to time I invent new Berlin-adventures „Handwerker Hannes“. Now I’m trying to write daily 500 words for my new project, a mystical novel for young people between 10 and 12. And I have a detective story for teenagers in my mind and an all-age-story. But both projects have to wait 😉

Was tut ein Autor? Richtig, den lieben langen Tag schreiben, schreiben, schreiben. Dazwischen nachdenken und Kaffee schlürfen. Eine Autorin übrigens auch.

Tatsächlich dauerte es ein Weilchen, bis es zu mir durchdrang, dass ich wirklich auf meinen vier Buchstaben sitzen muss, um mich um das zu kümmern, was ich mit am liebsten mache: Geschichten zu Papier bringen. Papier? Ja, richtig gehört, seit etwa anderthalb Jahren (die ersten Jahre arbeitete ich am Computer) schreibe ich meine Kurzgeschichten in wunderschöne , linierte Notizbücher und leide etwas Panik, solange ich sie nicht woanders abgespeichert, sprich in den Computer gehackt, habe. So erging es mir mit den Geschichten aus „Alles Leben“.Aber alles ist gut gegangen.

Nur der Handwerker Hannes lässt sich seltsamerweise nicht zwischen zwei Buchseiten pressen. Deshalb entstehen die Geschichten um ihn an meinem Computer. Wahrscheinlich merkt er, dass einige Texte eher fürs Zeitungsgeschäft geeignet sind, denn die dort abgehandelten Themen verderben manchmal schnell, weil sie aktuelle Aufreger betreffen. Schnell getippt, schnell verdorben, so isses.

Fertig sind auch die vier Vorschulgeschichten um Mo, brav sofort in den Computer getippt, da gibt es bald Neuigkeiten.

Zur Zeit verbringe ich meine Schreibzeit mit ein paar 12jährigen und durchlebe mit ihnen ein großes Abenteuer um die alten Geheimnisse im Amselkiez und versuche, an jedem Arbeitstag 500 Wörter aufzuschreiben. In ein buntes Buch mit vielen Seiten. Angefangen hat es als NaNoWriMo-Projekt, 16 000 Wörter sind während des Wettbewerbs entstanden, jetzt sind es bald 25.000, also die Hälfte eines anständigen Romans (so wird gemeinhin behauptet). Und jetzt kommt’s: Die Schreibzeit verbringe ich tatsächlich mit Kaffeetrinken, stilecht im Kaffeehaus!

Derweil ruhen zwei Projekte wie dicke Hefeteige unterm Geschirrtuch und warten, dass sie an die Reihe kommen.

Bye, bye, Special Edition / Sonderedition

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Photo1980It’s time to say Good bye then I raffled the last four exemplars of my Special Edition, handmaded by a bookbinder. Since 2011  so I published 7 titles with short stories having different topics: Berlin-stories, Fairy tales, Portraits and humorously stories where the main character’s speaking in Berlin idiom. Now it’s sold out and I’m waiting for a new mission.

Weg sind sie, die allerletzten Exemplare meiner Sondereditionen. Ein bisschen Wehmut drückt mich schon, denn als ich vor fünf Jahren damit begann, meine Geschichten von einer Buchbinderin fachgerecht umhüllen zu lassen, war das ein großer Schritt für mich in die Öffentlichkeit. Abseits vom Verlagswesen ergriff ich die Möglichkeit, meinen Zuhörern bei Lesungen meine Geschichten im Kleinformat anzubieten.

Im Laufe der Zeit sind sieben Titel erschienen, jeder mit einem passenden Coverbild. Die Themen waren weit gestreut. Von ernsthaft (Über Grenzen) über historisch (Berliner Straßen), lustig-nachdenklich (Nebenbei gesagt), magisch (Magister Adventus), impressionistisch (Marie in Italien), berlinerisch-humorvoll (Handwerker Hannes) bis tiefsinnig-schwermütig (Alles Leben) war alles dabei, was das Gemüt verlangt.

Um diesen Abgesang zu verschönern, verloste ich anlässlich des Welttags des Buches 2016 vier (eigentlich drei, aber ich war so überrascht von dem großen Echo, dass ich eines mehr spendierte) Exemplare der Alltagsgeschichten „Nebenbei gesagt“ und ich hoffe sehr auf die strahlenden Gesichter der glücklichen Gewinner!

Auf zu neuen Ufern!

Aus meiner Schreibstube: Handwerker Hannes XIX – Silvestermetropole

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In der Rubrik „Schreibwerkstatt / Aus meiner Feder“ gewähre ich Einblicke in meine Gedankenwelt und stelle gekürzte Texte vor, die aus meinen Kurzgeschichten oder Sondereditionen stammen. Hier nun eine Fortsetzung der Geschichten um Handwerker Hannes – wie immer im Auszug und im Berliner Dialekt.

Handwerker Hannes
XIX – Silvestermetropole

30. Dezember 2015

Einen Tag vor Silvester sind die Straßen in Berlin leer und die Geschäfte voll. Glücklicherweise habe ich schon alles erledigt und muss mich von der Hektik nicht anstecken lassen. Die Sonne scheint, ich will mir ein wenig Wind um die Nase wehen lassen und gehe nachmittags spazieren. Schon von weitem erkenne ich die Gestalt von Hannes, meinem Leib- und Magen- Handwerker sozusagen. Als er sich nähert, ist er völlig außer Atem, stellt seine schweren Taschen auf der Straße ab und spricht:
„Icke bin janz schön aus de Puste!“
Sein Kopf ist hochrot, er reißt sich die Mütze herunter:
„Icke war im Centa einkoofen, da war wat los! Jede Menge Leute. Und die Hitze! Ick hasse dit! Man weeß nich’ wohin mit seine Klamott’n, schleppt sich halbtot anne Einkäufe.
Zur Abkühlung könnte icke in’n See springen wie so’n Eisbader im Orankesee.

[…]
Icke! Wo ick doch nu’ Vertreta vonne Weltstadt Berlin bin, um nich’ zu saren Metropole. War’n wa ja schon mal, vor jut hundert Jahr’n, die berühmt-berüchtichten Joldenen Zwanzija. Aba dit is’ lange her, kann sich keena mehr erinnan.
Vorhin habick im Centa nämlich Radionachricht’n jehört […], dass Berlin in diesem Jahr die 30-Millionen-Marke knackt.“

Er wartet auf mein verwundertes Gesicht, das ich tatsächlich präsentiere.
„Icke meene nich’ die Schulden, da ha’m wa ville mehr zu biet’n als nur die poplijen 30 Mille. Scherz beiseite. Aba wir ha’m so ville Besucha in nur ee’m een’zjen Jahr, nämlich in diesem! Is’ dit zu gloo’m? 30 Milljonen Leute rollkoffan hier durch de Jejend, woll’n prima saufen oda sich an uns’re braunen Vajangenheit een’ abgruseln? War ick janz schön perplex, sare ick Ihn’! Wo sind die bloß alle? Hier in uns’re Jejend dringt wohl keena vor, es staut sich mehr inne City. Also, wat der werte Jast sich so als City vorstellt, jemess’n an sei’m Dorfanga. Dem nett’n Berlina wird ja allahand nachjeschrieen und jerne Größenwahnsinn untastellt, wat ick mia tunlichst vabitte, doch wat wahr is’ muss wahr blei’m! Wir ha’m nämlich nich’ nur eene City wie and’re Leute, sondan sojar drei Stadtzentren. […]

Beim Anheben seiner vielen großen Taschen murmelt er: „Eene Milljon Menschen soll’n morjen zum Jahreswechsel an’s Brandenburja Tor komm’! Ick fasset nich! Eens is’ sicha, ick bin nich’ da, ick tanze mit meena Süß’n Foxtrott um Mittanacht. Zu Hause!“

Handwerker Hannes und die deutsche Einheit (XVIII)

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In der Rubrik „Schreibwerkstatt / Aus meiner Feder“ gewähre ich Einblicke in meine Gedankenwelt und stelle gekürzte Texte vor, die aus meinen Kurzgeschichten oder Sondereditionen stammen. Hier nun eine Fortsetzung der Geschichten um Handwerker Hannes – wie immer im Auszug und im Berliner Dialekt.

Es ist der 3. Oktober, 18 Grad Celsius im Schatten, die Sonne scheint wunderbar. Alles so, wie es sich für einen Feiertag gehört. Ich beschließe, einen Spaziergang zu unternehmen, um den Herbst zu genießen. Doch nach wenigen Schritten werde ich aufgehalten. Handwerker Hannes, diesmal nicht im Blaumann, sondern in einem grauen Anzug, der ihm schon beim Fall der Mauer nicht mehr gepasst haben dürfte, steht vor der Spätverkaufsstelle und wischt sich die Mundwinkel mit einer Serviette ab.
„Mahlzeit!“, mümmelt er und grinst. „Icke muss mia erst ma stärk’n für’n Stadtjang!“, erklärt er und bietet mir den Platz neben sich an. „Ooch ’ne Currywurscht uff de Faust?“
„Nein, nein“, ich lehne dankend ab, mein Frühstück liegt noch nicht lange zurück. Ich frage ihn, ob er zur Jubelfeier am Brandenburger Tor will.
„Och nee, dit is ja nur wat für Touris, die Drängelei is’ mir schon zu Silvester ’n Graus! Icke schlendere ’n bissken durch die Jejend und warte, wat sich erjibt. Sind ja jede Menge Leute unterwechs.“ Er zuppelt an seiner braun-orange-geblümten Krawatte, die ebenfalls aus den 1970er Jahren zu stammen scheint. Er bemerkt meinen Blick: „Is’ noch von meine Jurendweihe. Der Anzuch ooch, passt wie anjejossen!“, sagt er mit stolz geschwellter Brust. Die Jacke spannt so, das ich befürchte, dass die Knöpfe gleich durch die Gegend fliegen. Vorsichtshalber ziehe ich meinen Kopf ein und ducke mich. Aber sein nächster Satz klingt beruhigend: „Is’ noch Friedensware aus’m Osten, Präsent 20, dit hält ooch den Atomkriech aus!“ Er kichert und beißt in seine Currywurst.
Ich frage ihn die Frage des Tages und er antwortet:
„Icke bin janz glücklich mitte deutsch’n Einheit. Hat doch jut hinjehau’n. Der Westen lernt langsam, aba stetich vom Osten, kann also nur bessa wer’n! Wird ja ooch Zeit, schließlich feian wa heute Silbahochzeit.“
Woher er seine Gewissheit nimmt?
„Ick red’ ja nich von’t Ampelmännchen oder vom Rechtsabbiega-Pfeil uff de Straße, die janz Berlin heimlich übanomm’ hat. Dit is’ ja nich’ zu übaseh’n.
War ick letztens beim Arzt in Charlottenburch, ehemalijer tiefsta West’n, ’ne Dreiviertelstunde durch de City. Sitzt der Dokta nich’ in so ’ne edlen Altbau-Hütte wie ick jedacht hatte, sondan im „Ärztehaus“ mit allem pipapo. Wollte mir so ’ne Sista erstma die Vorteile von ihre moderne Bude erläutan. Allet an eem Fleck, Röntch’n und alle möchlich’n andan Jewerke. Da isse bei mia aba uff Granit jebiss’n. ‘Kenn’ ick’, hab’ ick jesacht. ‚Ick komm’ aus de JiDiAr, da nannte man dit Poliklinik.’
Uff’m Rückwech wollt’ ick ma wat Jutet jönn’ und bin ’rin zu Rogacki, dem Feinschmecka-Tempel des Westens schlechthin. Meene Oma hat da früha imma einjekooft, bevor se uns im Ost’n besuchen kam. Natürlich hieß der Laden bei ihr Ro-ga-cki, wie gackern, und nich’ Rogatzky, wie verarmter ponischa Landadel. Komisch eijentlich. Wie ick so durch die Jänge schlendere, jelüstet’s mich nach Bismarck-Hering-Schrippe. Nüscht wie ran an die Fischtheke. Nee, kräht die Vakäuferin, nich’ bei mia, sondan bei de Bäckerei. Nüscht für ungut. Icke als hin, keene 10 Meeta weita. Steh’n da unjelogen drei Vakäuferinnen rum, denen ick artich meinen Wunsch sage. Nee, sacht die eene pampich, Bismarck-Schrippe is’ alle und wir könn’ hier nich raus!’ Dabei klimpert se mit de Oog’n, dass mir janz plümerant wird. Die zweete schleppt wie zum Beweis een leeret Backblech ran, die dritte vasteckt sich vorsichtshalba hinta de Kasse. Wie dem ooch sei, dit janze Theata hätte ooch inne Koofhalle vor der Wende spiel’n könn. Ick war so erschrocken, wieso die armen Anjestellten da nich’ raus dürfen hinta ihrem Bäckatresen? Zur Strafe? Erst hatt’ ick übalecht, sie zu befreien oder ihn’ wenichstens die Arbeet zu erleichtern. Also erst bei den eenen die trockene Schrippe zu holen und denn een’ einzelnen Bismarckhering, aba denn war mir dit Jeschmadda doch zu groß und ick hab’s jelassen. Da sieht man, das die Einheit schon übaall Wurzeln jechlag’n hat. Im Westen isset jetze wie im Osten damals.“

[…]

Nachlese: Lesen und Tanzen in der BuchDisko

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foto: little miss arty

Reading and dancing in the Disko! In this April I presented my Exceptional Edition’s last booklet „Alles Leben“. Thank you, dear guests and  Mrs Hasselbach and little miss arty… It was a wonderful evening 😉

So weit kam es dann doch nicht, mit dem Tanzen, meine ich. Aber es fehlte nicht viel, die Stimmung war großartig und die Disko rappelvoll! Ich stellte in zwei halbstündigen Lesungen am 24. April meine Sammlung „Alles Leben“ vor, die mit viel Beifall bedacht wurde. Zum Schluss kam noch der allseits beliebte „Handwerker Hannes“ zum Einsatz und der Abend war perfekt. Bis Mitternacht wurde gefragt, gefuttert und getrunken, was das Zeug hielt, und ich war sehr glücklich!

Vielen Dank an Frau Hasselbach für die freundliche Einladung und große Unterstützung bei der Vorbereitung! Ebenso Dank an little miss arty für die Fotos. Und tausend Dank an alle Gäste, es war traumhaft schön, ich bin immer noch ganz überwältigt.

 

Handwerker Hannes XVI: Wowi will weg

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OL und WowereitIn der Rubrik „Schreibwerkstatt“ gewähre ich Einblick in meine Gedankenwelt und stelle gekürzte Texte vor, die aus meinen Kurzgeschichten oder Sondereditionen stammen.

Es folgt aus aktuellem Anlass, der Verabschiedung des Berliner Bürgermeisters Wowereit, eine weitere Geschichte um den allseits beliebten Handwerker Hannes, zur Feier des Tages ungekürzt.

Handwerker Hannes kommentiert die Ankündigung des Rücktritts im Sommer und wagt einen kleinen Rückblick, wie immer im erfrischenden Berliner Dialekt. Wer Auszüge aus anderen Handwerker-Hannes-Geschichten lesen möchte, bitte sehr:

Handwerker Hannes,

Handwerker Hannes schrebert,

Handwerker Hannes – Schnippschnapp, Haare ab,

Handwerker Hannes und der Bundeskönig.

Handwerker Hannes ist nie krank. Viel Spaß!

 

Karikatur: OL, danke für die freundliche Genehmigung!

Handwerker Hannes
Wowi will weg
30. August, 1. September 2014

Gestern begegne ich Hannes auf dem Weg zum Sportstudio. Als hätte er nur darauf gewartet, mich über die Hintergründe des Abgangs unseres Bürgermeisters Wowereit zu unterrichten, sprudelt er mit seiner Rede los:
„Wat saren se zu dieser Neuichkeit? Also ick find’ dit bessa, dass Wowi von aleene jeht. Bessa, als wenn se ihn vonne Bühne hätt’n zerren müssen, weil a nur noch Unsinn quatscht. So bleibt a als Party-Meesta in Erinnerung und nich nur als Fluchhafen-Chaot. Seine Thronfolga scharren ja ooch schon mitte Füße und wetz’n ihre Messa, damit se endlich anne Macht könn’. Der Könich is’ tot, es lebe der Könich. Na ja, is’ übaall so. Die Bewerba kenn’ ick alle jar nich. Wo die nu’ wieda herkomm’? Die sollt’n mal ’ne Frau ’ranlassen, dit wird bestimmt jut. Von der eenen, die inne Zeitung stand, hatt’ ick sojar schon wat jehört. Positiv natürlich. Nu’ lob’n se den Wowi noch schnell üban jrün’ Klee, damit a ooch ja abdampft und es sich nich’ noch mal andas übalecht und doch unsa Chef bleibt. Irjendwie war et ooch schön mit ihm, die Welt schaut uff uns’re kleene Stadt und schickt die Jugend her zum Rollkoffa-durch-de-Jejend-schieb’n, Studier’n und Feian oda umjekehrt. Schönet neuet Image, Somma, Sonne, allet schick, dank Wowi.
Obwohl, manchet Ding hatta sich aba ooch alaubt während seine Amtszeit, mein lieba Scholli. Ick denke nur an die Chose mit’m Tränenpalast anne Friedrichstraße. Ein Filetstück sondagleichen, jeder Krümel Erde is da ’ne Million Euro wert oda so ähnlich. Wat machen die beim Amt? Pennen und übaseh’n dabei, dass nich’ der jesamte Grund und Boden der Stadt Berlin jehört, sondan, dass die Deutsche Bahn noch uff een’n Zippel des Grundstücks sitzt. Ich frare Sie, wie kann man dit … Jut, ick will nich’ politisch wer’n, dit bringt eh nüscht. Jedenfalls kamen sich der neue Investor und die olle Bahn dermaßen in’t Jehege, dass Berlin für die Schlafmützichkeit dit janze schöne vadiente Jeld als Entschädjung anne Bahn abjeh’m musste. Keen Wunda, dass die Stadt so pleite is’. Arm, aba sexy, hatte Wowi schon jeprächt. Ja, mit de Sprüche hatt’ a et ja jehabt: Ick bin schwul und dit is’ ooch jut so, dit war seine Antrittsrede, kurz und knackich. Nich’ schlecht, wa? Da ha’m die Bürja sich erstma’ die Oog’n reib’n müss’n, so viel Weltstadt musste ooch erst mal vadauen. Aba, ha’m wa jut hinjekricht. Schade is’ nur, dass de Loveparade nu abjewandat is’ inne Provinz. Die Nackideis fand’ ick schon janz niedlich. Hab’ ick mia aba vorsichtshalba imma nur im Fernseh’n anjekiekt, nich’ dass sich meene Süße ’nen andan krallt, wenn sie die vielen hübschen internationalen Bodys in echt sieht.
Ansonten fällt mia bei Wowi noch Sparfuchs ein, dit sacht man doch, wenn eena uff Deibel komm raus spart, bis die Nähte quietsch’n. Wenija Beamte, wenija Schwimmhallen, wenija bezahlte Kultur und kaum noch Jeld für die Jör’n. Die Hochzeit zwischen Berlin-Brandenburch is’ schon zweemal jescheitert, die Braut will nich’, weil Berlin nich’ reich jenuch is’ und nur nach ihrer Knete schielt.
Bei de Tempelhofa Freiheit uff’m alten Fluchhafenjelände hat Wowi sich ja ooch die Zähne ausjebissen. Volkes Wille wollte seine Freiheit, deswejen wird da nach’m Volksentscheid nüscht jebaut. Dit sieht ja ooch ’n Blinda mit’m Krückstock, dass da nie im Leb’n wie versproch’n Sozialwohnungen hinjebaut worden wär’n, dit wär’n bloß wieda irjendwelche Prestieschbauten und Eijentumsbuden jeword’n.
Bei uns inne Firma hängt ’n Zettel am Schwar’n Brett, da steht: Berlin kann allet außa Flughafen, S-Bahn und 1. Bundesliga. Fies, wa? Da sieht man mal, dass der Berlina an sich einfach mal durchsieht.
Jenuch jemeckat, schön’ Nachmittach noch, man sieht sich. Obwohl, wenn ich ma dit Herbstwetta da draußen bekieke, mitt’n im Aujust. Aba man kann Wowi ja nu’ ooch nich’ für allet vaantwortlich mach’n. Bis Dezemba darf er ja noch, hoffentlich jibt’s dann erst Schnee. Atschö!“

Die neuen Büchlein sind da!

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einbändehannesadventusberlinIt’s time for my second edition, the special edition 2013!

I have one small book with stories about craftsman Hannes. Another one with my magical christmas story Magister Adventus. Last one is a repeated edition Berliner Straßen.

All of my small books from 2011 and 2013 are available only in German.

Hier könnt Ihr schon mal schmulen, was meine Lieblings-Buchbinderin Pappunzel wieder schönes für mich gezaubert hat: die neuen Einbände für die zweite Runde der Sonderedition 2013 sind fertig!

Drei verschiedene Büchlein wird es zum Advent geben:

1. Manche von Euch haben schon Bekanntschaft mit dem oben zu sehenden Herrn im Blaumann geschlossen…  und es ist Zeit für fünf oder sechs Geschichten um den heiß geliebten Handwerker Hannes, der im schönsten Berliner Dialekt unsere Gegenwart kommentiert.

2. Die erfolgreiche und viel beklatschte Lesung der Magister Adventus – Weihnachtsgeschichte hat mich dazu bewogen, sie zu veröffentlichen.

3. Neue Exemplare der vergriffenen Geschichten zu Berliner Straßen.

Alle Büchlein meiner Sondereditionen 2011 und 2013 sind auf deutsch erhältlich.

Such mich / Search for me No. 2: Vatikanbrot, Schreibwerkstatt, Fukushima, Tausendsassa

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Mein blog wird gern gelesen, was mich freut. Interessant ist manchmal, wie die Leser auf  mich stoßen, welche Stichworte sie bei der Suche eingeben. Hier einige Kostproben:

Many people like my blog. It’s very interesting for me to see which keywords are relevant to locate me. Here is a little taste:

1. „wieviel geld verdient kranarbeiter“ – das weiß ich leider auch nicht, vielleicht sollte ich mal Handwerker Hannes fragen?

2. „schreibwerkstatt die schilderung posten 1“ – äh, geht es um einen Schreibkurs oder um Grenzposten?? Ich bin etwas ratlos. Ich hätte meinen Schreibkurs „Zeilenzauber“ anzubieten 😉

3. „dutzendsassa bedeutung“ – ich habe mehr zu bieten als ein Dutzend, denn hier habe ich Herkunft und Gebrauch von Tausendsassa beleuchtet

4. „worte für eine gedenkminute“ – das hört sich ja sehr staatstragend an, vielleicht eine Marktlücke, in die ich springen sollte? Obwohl ja meine „Gedenkminuten“ schon sehr außergewöhnlich sind…

5. „bleistiftabsätze in der schule“ – das fragen Sie bitte lieber Ihren Orthopäden! Aber ich weiß, wohin bei mir diese Frage führt: zu Marie!

6. „was passiert wenn ich mit metalllöffel das vatikanbrot umrühre“ Ich möchte Ihnen zurufen: Wagen Sie das Experiment! Seien Sie mutig und sehen Sie dem Ergebnis würdevoll entgegen! (Über das Rührergebnis würde ich gern informiert werden, vielleicht ergibt es eine neue Hermann/Vatikanbrot-Geschichte)

7. „texte gedenkminute 2 zeiler“ – siehe No. 4

8. „fukushima japanischen buchstaben“ – was mir alles zugetraut wird… Vielen Dank! Aber Japanisch kann ich leider noch nicht, nur Französisch, Englisch, Literaturdeutsch und Berlinerisch 😉 Aber hier gibts Auszüge aus meinen Text zu Fukushima.

9. „handwerker schreibwerkstatt“ – Ob dem Leser mein Handwerker Hannes gefallen hat?

10. „blumenkränzchen flechten“ – kann ich auch, hier das Resultat!

Ich wünsche, wohl gelacht zu haben 😉