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Siebensachensonntag No.3

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Ausgerufen von Frau Liebe, weiter empfohlen von nähmarie, schließe ich mich gern dem Siebensachensonntag an. Zuweilen wird es ab jetzt auch hier 7 Bilder von 7 Sachen zu sehen geben, für die ich sonntags  meine  Hände brauchte. Sozusagen als Pendant zur vielen geistigen Aktivität, die auf meinem blog geboten wird. Nachahmer erwünscht!

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Dem Dankeschön-Blumenstrauß von den Theaterkindern neues Wasser gegeben.

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Die Gläser der selbst eingekochten  Gartenmarmelade beschriftet.

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Koffer ausgepackt.

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Ein paar Kapitel vorgelesen bekommen.

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Reiselektüre auf den Nachttisch zurückgelegt.

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Wanderschuhe und Wanderstöcke wieder in die Kammer gebracht.

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Das Faschingskostüm fertig genäht. HAPPY MARDI GRAS!

Wie waren Eure Winterferien? (Wenn Ihr welche hattet 😉

Gesehen im Kino“Beasts of the southern wild“

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Der Film „Beasts of the southern wild“ läuft gegenwärtig in deutschen Kinos. Als bekennender New-Orleans-Fan musste ich mir den Film natürlich sofort ansehen.

Der Regisseur und Drehbuchautor Benh Zeitlin inszenierte einen Film über Freiheit, Liebe, Angst und Vertrauen in Zeiten der Katastrophe und fand in der erst neunjährigen Hauptdarstellerin Quvenzhané Wallis eine außerordentlich begabte Schauspielerin. Als „Hushpuppy“ ist sie in der Kategorie der „Besten Hauptdarstellerin“ für den diesjährigen Oscar nominiert – die jüngste Nominierte aller Zeiten, wie Wikipedia meldete.

Beim Sundance-Festival errang der Film 2012 den Großen Preis der Jury.

Der Hurricane „Katrina“, der möglicherweise auch im Film gemeint ist,  fegte 2005 unter anderem über den Süden der USA. Er bedrohte nicht nur die Existenz der in der Stadt Wohnenden, sondern auch die in den Sümpfen vor New Orleans, den Swamps des Golfs von Mexiko, Lebenden. Es ist eine kleine Gemeinschaft von Außenseitern,  die sich ihr eigenes Leben, jenseits der Raffinierien und Staudämme, organisiert haben. Die Kinder werden von einer Lehrerin unterrichtet, es gibt eine Bar und natürlich die überwältigende Natur. Jedes Jahr warten alle auf die Hurricane-Saison, dann wird die Ansiedlung überflutet und nach einer gewissen Zeit fließt das Wasser ab, fruchtbaren Boden hinterlassend. Aber jetzt geschieht das nicht, die Bewohner fürchten zu verhungern. Deshalb machen sie sich auf den Weg, um in den Staudamm ein Loch zu sprengen, damit das Wasser abfließen kann. Sie werden aufgrund dieser Aktion von den Behörden entdeckt und in ein Flüchtlingslager gebracht. Das ist jedoch nicht das Ende ihrer Gemeinschaft, sie halten zusammen und indem sie Hushpuppy als ihren Boss akzeptieren, finden sie eine neue Chance.

Das Mädchen wird seinen Vater verlieren, seine Mutter finden und zurücklassen. Und Hushpuppy wird sich ihren Ängsten stellen. Aengste, die wie Auerochsen nur hinter denen herjagen, die sich auf sie einlassen.

2013 wird die wunderbare Quvenzhané Wallis wieder im Kino zu sehen sein, es ist eine Produktion von Steve McQueen: „Twelve years a slave“.

Aus der Schreibwerkstatt: Mardi Gras

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In der Rubrik „Schreibwerkstatt“ gewähre ich Einblick in meine Gedankenwelt und stelle gekürzte Texte vor, die aus meinen Kurzgeschichten oder kleinen Sammlungen stammen.

Mardi Gras

Frühlingsmorgen in New Orleans. Die Sonne schien durch alle Ritzen der kleinen Villa.

Plötzlich donnerte es an der Tür und ließ die Langschläfer hochfahren. Ach, nur der Zeitungsjunge, der wieder die „Times-Picayune“ mit zu viel Schwung über den Zaun geworfen hatte. Beruhigt nochmal in die Kissen sinken und sich von den Sonnenstrahlen kitzeln lassen. Was gibt es Schöneres, als mitten im Februar bei 25 Grad Celsius im Schatten an die 8000 Kilometer entfernten Freunde zu denken, die am Schmuddelwetter der Großstadt leiden?

Im Halbschlummer hörten sie Musik aus der Ferne heran marschieren. Etwas schräg quäkten die Trompetentöne darüber hinweg. Was, schon so spät? Aufspringen, sich etwas überziehen, die Tür aufreißen und über die Zeitung stolpern war eine Bewegung. Da – am Ende der St. Charles Avenue, der berühmtesten Straße des Garden Districts, glitzerten die auf Hochglanz polierten Instrumente. Die ersten Wagen der morgendlichen Parade schaukelten bunt geschmückt und zweistöckig hinter der Marching Band her. Der Tambourmajor schwang mit energischer Geste den Stab und herrschte mit rauer Stimme die Tanzmädchen vor ihm an, die den Takt verloren hatten. Blauweiße Röckchen über braunen Beinen. Strenge Anweisungen von Uniformierten scheuchten die Zuschauer auf ihre Plätze zurück.

Vor jeder Haustür entlang der Paradestrecke lagerten Dutzende Familien, die mit Piqueniquekörben und Kühltaschen gekommen waren. Die Straßenbahngleise in der Mitte der Fahrbahn waren seit Tagen wegen der Paraden blockiert und wurden zum Treffpunkt für Freunde und Kollegen. Zur Straße hin waren für die Kinder Leitern mit Sitzen aufgestellt, damit sie die von den Wagen herab geworfenen Kuscheltiere, Perlenketten, Becher und Doubloons besser auffangen konnten.

Was für ein Fest in Purpur, Smaragd und Gold. Die Farben des Karnevals. Happy Mardi Gras.