Schlagwort-Archive: Mo

Homestory: Was Sie schon immer über mich wissen wollten!

Standard

Photo1981What does an author do? Right, he or she writing stories the hole day. And writing and writing and writing… and thinking and drinking coffee. First I wrote the stories on my computer. But since one and a half year I’m writing on paper in very nice books instead using the computer.

So I finished my „Special Edition“ with 7 titles. I wrote 4 stories about the young boy Mo and his friends. From time to time I invent new Berlin-adventures „Handwerker Hannes“. Now I’m trying to write daily 500 words for my new project, a mystical novel for young people between 10 and 12. And I have a detective story for teenagers in my mind and an all-age-story. But both projects have to wait 😉

Was tut ein Autor? Richtig, den lieben langen Tag schreiben, schreiben, schreiben. Dazwischen nachdenken und Kaffee schlürfen. Eine Autorin übrigens auch.

Tatsächlich dauerte es ein Weilchen, bis es zu mir durchdrang, dass ich wirklich auf meinen vier Buchstaben sitzen muss, um mich um das zu kümmern, was ich mit am liebsten mache: Geschichten zu Papier bringen. Papier? Ja, richtig gehört, seit etwa anderthalb Jahren (die ersten Jahre arbeitete ich am Computer) schreibe ich meine Kurzgeschichten in wunderschöne , linierte Notizbücher und leide etwas Panik, solange ich sie nicht woanders abgespeichert, sprich in den Computer gehackt, habe. So erging es mir mit den Geschichten aus „Alles Leben“.Aber alles ist gut gegangen.

Nur der Handwerker Hannes lässt sich seltsamerweise nicht zwischen zwei Buchseiten pressen. Deshalb entstehen die Geschichten um ihn an meinem Computer. Wahrscheinlich merkt er, dass einige Texte eher fürs Zeitungsgeschäft geeignet sind, denn die dort abgehandelten Themen verderben manchmal schnell, weil sie aktuelle Aufreger betreffen. Schnell getippt, schnell verdorben, so isses.

Fertig sind auch die vier Vorschulgeschichten um Mo, brav sofort in den Computer getippt, da gibt es bald Neuigkeiten.

Zur Zeit verbringe ich meine Schreibzeit mit ein paar 12jährigen und durchlebe mit ihnen ein großes Abenteuer um die alten Geheimnisse im Amselkiez und versuche, an jedem Arbeitstag 500 Wörter aufzuschreiben. In ein buntes Buch mit vielen Seiten. Angefangen hat es als NaNoWriMo-Projekt, 16 000 Wörter sind während des Wettbewerbs entstanden, jetzt sind es bald 25.000, also die Hälfte eines anständigen Romans (so wird gemeinhin behauptet). Und jetzt kommt’s: Die Schreibzeit verbringe ich tatsächlich mit Kaffeetrinken, stilecht im Kaffeehaus!

Derweil ruhen zwei Projekte wie dicke Hefeteige unterm Geschirrtuch und warten, dass sie an die Reihe kommen.

Aus meiner Schreibstube: Fertig! Mo und der Spatzenbusch

Standard

coverbild molukaraDo you know Mo, the nearly 7years old boy? He lives in Berlin and likes the Brennerberg, a little hill with a playground, trees, secret caves and meadow. At the afternoon Mo meet his friends Lu and Kara and the others. Together they have dangerous adventures and many fun. Now I have written the 4rd story about Mo, a nice springtime-story. The kids found a globated nest with small eggs inside, but two bad boys are threatening the bird’s nest… Enjoy!

Hurra! Pünktlich zum Frühlingsbeginn (ich weiß, es ist erst der meteorologische  Beginn, aber draußen ist doch schon richtiges Wetter.) ist die Illustration von little miss arty für die Frühlingsgeschichte von Mo und seinen Freundinnen fertig geworden und die Lesetour für Kinder zwischen drei und sechs Jahren kann starten!

Vor zwei Tagen habe ich den letzten Punkt unter die Geschichte gesetzt. Ich hatte mich mit dem Schluss etwas schwer getan, weil ja wegen des von mir bestellten Badewannen-Bildes alle Kinder am Abend in der Badewanne landen mussten 😉 Ich hoffe, dass mir der Bogen, vom Brennerberg in die Badewanne, gelungen ist.

Ich lese „Mo und der Spatzenbusch“ gern in Kindergärten, Buchhandlungen, im Park… und freue mich schon darauf. Natürlich komme ich auch gern zu anderen Jahreszeiten, dann allerdings habe ich die Sommergeschichte, die Herbstgeschichte oder die Wintergeschichte von Mo im Gepäck.

PS: Die Welturaufführung ist am 7. April in der Kita Toben und Lachen! Das wird Mo gefallen.

Aus meiner Schreibstube: Mo und der Spatzenbusch

Standard

Während draußen der Schnee kniehoch liegt (na gut, 2cm, also ausreichend für Katzen, Eichhörnchen und Ringeltauben, sich die Füße nass zu machen) schreibe ich an einer Frühlingsgeschichte. Komische Sache.

Jedenfalls geht es weiter mit Mo, dem Jungen vom Brennerberg, der mit seinen beiden Freundinnen Lu und Kara loszieht, um Abenteuer zu erleben. Heute:

Auszug aus: „Mo und der Spatzenbusch“

[…] Es sind also neun neue Bäume auf dem Brennerberg, hinten, bei den Tischtennisplatten. Die alten und morschen Bäume sind im Herbst abgeholzt worden und gucken nur noch als Stumpf aus der Erde. „Prima Sessel!“, sagt Mo und setzt sich auf eine Baumscheibe. Kara sagt:
„Rutsch mal!“, und klemmt sich mit halbem Po daneben. Lu guckt durch die Gegend und ruft plötzlich: „Ich habe ein Nest gefunden!“
„Wo?“ Kara und Mo sind augenblicklich neben ihr. Mit dem Zeigefinger zeigt Lu in die Büsche.
„Dahinten, glaube ich!“
Sie stehen da wie angewurzelt und stieren alle in die gleiche Richtung. Tatsächlich! Ein schönes Nest, gebaut aus Zweiglein, Blättchen und zusammengehalten von ein wenig Spucke. Wer da wohl wohnt? Auf leisen Sohlen schleichen sich die drei heran. Sind die Vogeleltern in der Nähe?
„Könnt ihr was sehen?“, flüstert Mo.
Lu hat die besten Augen: „Drei Eier liegen drin. Grün mit schwarzen Punkten.“
„Was?“, schreit Kara begeistert.
„Psssst!!!“, machen Mo und Lu. „Nicht so laut. Sonst verscheuchst du die Mama.“
„Na und“, sagt Kara trotzig. „Meine Mama ist auch nicht da, dann kümmert sich eben der Papa.“
Mo rollt die Augen: „Das ist doch ganz was anderes!“ Doch ehe es hitzig wird zwischen den beiden, passiert etwas Schreckliches. […]

Aus meiner Schreibstube: Mo und meine Herbstgeschichte

Standard

Photo0596Do you know Mo, the nearly 7years old boy? He lives in Berlin and likes the Brennerberg, a little hill with a playground, trees, secret caves and meadow. At the afternoon Mo meet his friends Lu and Kara and the others. Together they have dangerous adventures and many fun. Now I have written the 3rd story about Mo, a autumn-story with a kite like a dragon. For the illustrator I made a draft. Enjoy!

Wer kennt ihn nicht, den fast 7-jährigen Mo?

Ihm und seinen Freunden und Freundinnen ist bereits eine Wintergeschichte (Mo und der Sachenbaum) und eine Sommergeschichte (Mo und die Meeresblume) gewidmet. Und weil es so schön ist, geht es bald mit der Herbstgeschichte weiter! Allerdings ist das Herbstbild der Illustratorin Juliane Mertens-Eckhardt noch gar nicht fertig, deshalb gab es auch keine Lesung in diesem Herbst, doch ich will Euch schon ein klitzekleines bisschen teilhaben lassen an den neuesten Neuigkeiten. Denn ich durfte der Illustratorin assistieren, als sie mich fragte: „Wie sieht denn eigentlich ein Drachendrache aus, Andrea?“ Da guckte ich 10 min. lang verzweifelt, habe zwei weitere Assistentinnen um Antwort gebeten und tadaaa: schon eine halbe Stunde später konnte ich die Antwort malen und mailen. Der Drachendrache ist geboren. Fazit: Demnächst überlege ich mir gleich, wie etwas aussehen könnte, wenn ich es erfinde 😉

Und ja, die Frühjahrsgeschichte ist schon in meinem Kopf und wird demnächst aufs Papier gesetzt, damit Ihr sie bald hören könnt.

 

 

Aus meiner Feder: „Mo und die Meeresblume“ mit Nachlese zum Langen Tag der Stadtnatur

Standard

mo.sommer in farbeIn der Rubrik „Schreibwerkstatt / Aus meiner Feder“ gewähre ich Einblicke in meine Gedankenwelt und stelle gekürzte Texte vor, die aus meinen Kurzgeschichten oder Sondereditionen stammen.

Heute stelle ich einen Auszug aus „Mo und die Meeresblume“ vor, die Fortsetzung der Wintergeschichte „Mo und der Sachenbaum“. Mo, ein Erstklässler aus Berlin, hat zwei beste Freundinnen, Lu und Kara, mit denen er am liebsten den Brennerberg (den gibt es wirklich!) erkundet.

Für Kinder ab 5 und Junggebliebene 😉

Für die wundervollen Illustrationen von Mo konnte ich little miss arty gewinnen.

 

„Zum Brennerberg?“, fragt Lu.
„Klar!“, sagt Mo und grinst.
Am Fußgängerüberweg überqueren sie die Straße, dann ein bisschen geradeaus. Links ihre Schule, rechts der Kindergarten. Dort wird renoviert und sie bleiben am Zaun stehen, um die Veränderungen zu begutachten. Früher waren die beiden flachen Häuser grau. Jetzt sind sie hell mit bunten Streifen.
„Schön!“, sagt Mo.
„Aber innen war’s schon immer schön!“, sagt Lu und Mo nickt.
Noch einmal an der großen Kreuzung aufpassen. Kein Fahrrad und kein Auto zu sehen.
Endlich sind sie angekommen. Vor ihren Augen ragt der Brennerberg auf wie ein schlafender grüner Riese. Überall Bäume, Sträucher und Gras. Es gibt vier Wege, um auf den Bauch des Riesen zu gelangen: eine schmale Holztreppe, eine Steintreppe, die um die Ecke geht, die lange Winter-Rodelbahn und die Schräge. Mo und Lu schnaufen die Schräge empor.
Lu erzählt ununterbrochen von der Ostsee. Das ist ein großes Meer, nicht weit von Berlin. Sie war mit ihren Eltern auf einer Insel mitten in der Ostsee. Am Strand haben sie Muscheln gesucht und Kleckerburgen gebaut.
„Warst du baden?“, fragt Mo und setzt sich ins Gras.
„Ja!“, sagt Lu und lässt sich neben ihn plumpsen. „Aber das Wasser war kalt und sooo salzig.“
„So salzig wie Tränen?“, fragt Mo.
„Nee, noch mehr. So wie die Kartoffelsuppe in der Schule.“
„Oh“, entfährt es Mo.

(…)

Danke an alle, die den Weg zu meiner ehrenamtlichen Lesung zum Langen Tag der Stadtnatur am Sonntag in der Botanische Anlage fanden! Es waren schöne, lustige und überraschende Begegnungen mit großen und kleinen Leuten, die mich sehr erfreut haben. …Und Mo hat schon eine Fangemeinde 😉 Ich musste die Sommergeschichte (siehe oben) zweimal und die Wintergeschichte „Mo und der Sachenbaum“ einmal lesen, außerdem eine neue Spreewaldgeschichte, so dass aus der einen Lesestunde gleich fünf wurden… Herrschaften! Und alles bei schönstem Sommerwetter.

Next Reading: Sommer-Lesung „Mo und die Meeresblume“ am 21. Juni 2015

Standard

Botanische Anlage Sommer 2014„Mo and the sea flower“ is the title of my new summer story about the boy Mo, who‘ s living in Berlin. I proudly present the world premiere of this story in the context of the „Long Day’s Urban Gardening“ the 21st of June, 2pm in the Botanical Garden Berlin-Blankenfelde. The artwork’s made by Juliane Mertens-Eckhardt. See you at the meadow nearby the big greenhouse!

Am 21. Juni 2015 ist es soweit: Sommeranfang, Langer Tag der StadtNatur und meine Lesung! All das können wir gemeinsam feiern im Botanischen Volkspark Berlin-Blankenfelde! Ab 14 Uhr stelle ich die brandneue  Mo-Sommergeschichte „Mo und die Meeresblume“ vor! Und exklusiv für meine treuen Leserinnen und Leser gibt es wieder ein Ausmalbild zu dieser Geschichte, eine Illustration der Berliner Künstlerin Juliane Mertens-Eckhardt. Mal sehen, wie lange das Wetter mich ausharren lässt, ich habe auf jeden Fall noch viele andere Geschichten im Gepäck, so wie vor zwei Jahren. Wir sehen uns auf der Wiese am Großen Gewächshaus!

Sieben auf einen Streich: Meine Vor-Advents-Lesungen 2014

Standard

plakat-bundesweiter-vorlesetag- 2014 V5Dear followers,

I’m proudly present my next seven readings in November 2014, taking place in Berlin. Here is a small review of my reaedings in 2011, 2012 and 2013.

For children: 21st November 2014, 2.30 pm and 4.00 pm

For familys: 29th November 2014, 4.00 pm

For more details see below. All readings are in German. I’m looking forward to see you again. 😉

 

Liebe Lesefreunde!

Der Advent ist für mich in diesem Jahr ein wenig im Kalender vorgerutscht. In den Vorjahren hatte ich vorrangig an den Adventswochenenden zu Lesungen eingeladen, nachzulesen hier: 2011, 2012 und 2013. Nun geht es schon in der kommenden Woche los. Zunächst habe ich insgesamt vier Lesungen in einem Berliner Kindergarten, sie sind jedoch nicht öffentlich.

Dann naht mit großen Schritten der Bundesweite Vorlesetag und somit die beiden Lesungen in der Logopädischen Praxis von Daniela Dinter (Wolfshagener Straße 72 in Berlin-Pankow), die so freundlich war, mich einzuladen:

******************************************************************************************************

Am 21.  November 2014

14.30 Uhr: Mo und der Sachenbaum (ab 4 Jahre)

16.00 Uhr: Der Turm der blauen Pferde (ab 8 Jahre)

******************************************************************************************************

Anmeldung erbeten unter 47488406

******************************************************************************************************

Als Überraschung und sogleich 7. Streich: Auch für Erwachsene wird es wieder eine Lesung von mir geben, nämlich im Atelier Susanne Kiener im Rahmen ihrer Adventsausstellung.

Vorschau: Am 29. November 2014, 16.00 Uhr. Ich lese brandneue Texte! Gesonderte Einladung folgt!

Ich freue mich auf Euren Besuch 😉

Meine Lesungen zum 11. Bundesweiter Vorlesetag am 21. November 2014

Standard

VLT_Logo_rz…und ich bin dabei 😉 Der Bundesweite Vorlesetag, eine Initiative der Stiftung Lesen und der ZEIT, vereint an diesem Tage 48.000 Vorleser. Und in diesem Jahr habe ich die Ehre, in der Logopädischen Praxis von Daniela Dinter zwei Lesungen mit meinen Geschichten zu gestalten.

14.30 Uhr: „Mo und der Sachenbaum“, für Kinder ab 4 Jahre

16.00 Uhr: „Der Turm der Blauen Pferde“, für Kinder ab 8 Jahre

Wir sind sogar in der offiziellen Liste der Vorleser zu finden!

Autorin Andrea Maluga in der Logopädischen Praxis Daniela Dinter

Logopädische Praxis Dinter
Wolfshagener Str. 72, 13187 Berlin Berlin

Wir (das Team der Praxis Daniela Dinter) nehmen am Bundesweiten Vorlesetag teil,

…weil wir die Initiative toll finden und wissen, dass Kinder durch Vorlesen eine an Wortschatz und Ausdrucksmöglichkeiten reiche Sprache erwerben! …

…weil Vorlesen im Kopf neue Bilder schafft!

Wir bitten um Anmeldung bis 19. November 2014 (Tel.: 47488406).

Aus meiner Schreibwerkstatt: Mo und die Goldtalerwiese

Standard

PTDC0293In der Rubrik „Schreibwerkstatt“ gewähre ich Einblick in meine Gedankenwelt und stelle gekürzte Texte vor, die aus meinen Kurzgeschichten oder kleinen Sammlungen stammen. Die folgende Geschichte ist allerdings noch nirgendwo „verewigt“, spielt in Berlin und ist diesmal für Kinder und Junggebliebene ab 5 Jahre. Ein Auszug aus der Wintergeschichte „Mo und der Sachenbaum“ steht hier.

Es ist Herbst. Die Sonne scheint, der Himmel ist zartblau, das Wetter gibt sich alle Mühe.
Morgens steht Mo am offenen Fenster und schaut hinunter auf die Wiese im Hof. „Mama, die Wiese ist voller Goldtaler!“, ruft er und lehnt sich auf das Fensterbrett.
[…] Tatsächlich, alles voller goldgelber Taler. „Wir sind reich!“, jubelt Mo und will sofort hinunter, seinen Schatz einzusammeln. „Hier geblieben!“, sagt Mama und hält Mo abermals zurück. „Erst eine Jacke überziehen und am besten die Gummistiefel auch. Und bleib nicht so lange weg!“, ermahnt sie ihren Mo. „Es gibt gleich Frühstück.“
In aller Eile, ganz gegen seine Gewohnheit, zieht sich Mo die alte, rote Lieblingsjacke und die grünen Gummistiefel an. Die Stiefel riechen noch ganz neu und knarzen ein wenig beim Gehen. Aber das hört Mo gar nicht richtig, weil es so laut ist beim Treppehinunterspringen. Um auf den Hof zu gelangen, muss er durch den Keller. Das ist sehr gruselig, aber er hat aus Versehen vergessen, Mama zu fragen, ob sie ihn begleitet. Außerdem fällt ihm ein, dass er auch schon ein großer Junge ist, seit er in die Schule geht, und deshalb keine Angst haben muss. Er öffnet die Kellertür, die gleich neben der Eingangstür liegt. Die Kellertür ist so stark, er muss sich sehr dagegen stemmen, um sie aufzukriegen. Die eingesperrte Luft ist kühl und riecht seltsam, nach matschigen Blättern und erschreckten Geistern. Schnell knipst Mo den Lichtschalter an und eine ovale Lampe hinter Gittern beginnt zu leuchten.
Nun wird es schwierig. Mo muss zwei, drei Stufen abwärts gehen, dabei die Tür mit der einen Hand offen halten. Mit der anderen Hand muss er um die Tür herumgreifen und nach dem langen Haken tasten, der schlapp herunterhängt. Da, jetzt hat er ihn. Kalt fühlt sich der Haken an. Er klimpert an der Ziegelwand. Die Tür wackelt, Mo beginnt vor Anstrengung zu zittern. Die Zungenspitze hält er mit den Zähnen fest. Mit einem Schwung hebt er den Haken in die runde Öse und steckt ihn hinein. Das wäre geschafft […]

Aus meiner Schreibwerkstatt: Mo und der Sachenbaum

Standard

sachenbaum brennerbergIn der Rubrik „Schreibwerkstatt“ gewähre ich Einblick in meine Gedankenwelt und stelle gekürzte Texte vor, die aus meinen Kurzgeschichten oder kleinen Sammlungen stammen. Der folgende Auszug aus einer kleinen Geschichte ist allerdings brandneu, spielt in Berlin und ist diesmal für Kinder und Junggebliebene ab 5 Jahre.

Mo und der Sachenbaum

Mo hatte sich einiges vorgenommen. Er war auf Abenteuersuche. Nach dem Mittagessen hatte er zu seiner Mama gesagt: „Es hat aufgehört zu schneien, ich will hinaus zu den Hoehlen!“ Mama hatte ihm einen Kuss gegeben und gesagt: „Vergiss deine Ausrüstung nicht, kleiner Forscher. Schal, Mütze, Handschuhe. Sonst kommst du krank zurück!“

Kleiner Forscher, dachte Mo beleidigt, und ging in den Flur zu den Anziehsachen. Mama weiß wohl nicht, dass ich schon fast sechs Jahre alt bin! Aber zum Ärgern hatte er jetzt keine Zeit. Schnell zog er sich den Schneeanzug über und stopfte die Hosenbeine in die Stiefel. Was sollte er nicht vergessen? Schal, Mütze, Handsch… Ach du Schreck, da war nur einer in der Tasche, den zweiten Handschuh fand er nicht. Heimlich wühlte er in der Winterkiste. Nichts. Mama rief aus der Stube: „Hast du alles, Mo?“ „Jaja“, stammelte er und kriegte rote Ohren vom Lügen. Mo schwindelte nicht oft, und wenn doch, dann sah Mama es ihm immer gleich an. Deshalb war er froh, dass sie nicht neben ihm stand. Eilig warf er die herausgefallenen Mützen und Schals wieder in die Kiste und rannte zur Tür. Er rief: „Bis später, Mama!“, wartete ihre Antwort nicht ab, sondern knallte die Tür zu und trabte los.

Vor dem Haus war die Welt weiß. Feine, fast unsichtbare Schneeflocken tanzten dem Boden entgegen. Die Nachbarin, Oma Lupinski, kam auf der anderen Straßenseite kaum voran, weil es so glatt war. Mo hörte ihre Schuhsohlen über den Schnee scharren und das kratzende Geräusch ihres Gehstocks, den sie bei jedem Schritt mit der Spitze in den vereisten Boden rammte. Schnell weg, sonst hält sie mich wieder mit ihren Geschichten auf, dachte Mo und schlitterte bis zur Ecke.

Von hier aus konnte er den Berg sehen, den Brennerberg. Zugegeben, er war nicht so hoch wie die anderen Berge, die er aus dem Urlaub kannte. Aber es gab einen Spielplatz, eine große Wiese und viele geheime Höhlen. Außerdem wohnten alle seine Freunde um den Berg herum. Aber niemand war dort, Mo war allein. Die Kindergartenkinder hielten noch Mittagsschlaf, Mos Schulkameraden hatten Unterricht und die vielen Eltern, die sich nachmittags hier trafen, saßen in den Büros.[..]

Am Ende von allen Rodelbahnen wuchs ein kleiner Baum, den mussten die Kinder geschickt umfahren, wenn sie nicht dagegen krachen und vom Schlitten fallen wollten. Jetzt stand das Bäumchen ganz still in der Kälte und reckte seine kahlen Zweige in die Höhe. Aber was war das? Trug der Baum schon Blüten? Mitten im Winter? Und noch dazu so bunte? […]