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Lesung zum Langen Tag der Stadtnatur am 18. Juni 2017

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Long Day of Urban Gardening  – and I will have a voluntary reading as always! Come together in the Botanical Garden of Blankenfelde, 14 pm. I am looking forward to see you 😉

Hej, kommt herbei zum Langen Tag der StadtNatur! Ich lese wie jedes Jahr ehrenamtlich vor dem Großen Gewächshaus der Botanischen Anlage Blankenfelde. Diesmal am Sonntag, den 18. Juni 2017. Ich bin von 14 bis 17 Uhr dort und lese aus meinen (naturnahen) Kindergeschichten 😉 Ich freue mich auf Euch alle!

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Gelesen: Walter Kempowski „Tadelloeser und Wolff“

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loeser und wolffFoto: Hans-Joachim Pfau, mit bestem Dank!

Some time ago, I discovered Walter Kempowski’s world of literature for myself, the Kempowski archive in Rostock made a essential contribution to this. The archive is located next to the medieval University of Rostock and housed a small but fine museum. For everyone who wants to become acquainted with the work of Kempowski, I recommend the novel „Tadelloeser und Wolff“. It contains a retrospection of Kempowski’s childhood betwen 1938 and 1945. The novel is part of the series „Deutsche Chronik“ which was painstakingly planned by Kempowski and published. The novel’s title is inspired by a joke of Kempowski’s father using the Berlin tobacco factory „Loeser und Wolff“ for a malapropism (see the photo). With deadpan humor, bemusing dialogs and interposed text chunks, Kempowski describes the intrusion of the reality caused by the political situation into the idyllic world of the family. It is a subtle text without pointing the finger. It’s absolutely worth reading! (transl.: Doc T., thanks 😉 )

Es ist schon eine Weile her, dass ich Kempowski für mich entdeckte. Viel dazu beigetragen hat das Kempowski-Archiv in Rostock, gleich neben der altehrwürdigen Universität gelegen, das ein kleines, feines Museum beherbergt. Für Leser, die Kempowskis Werk kennenlernen möchten, empfiehlt sich sein Roman „Tadelloser und Wolff“, der dessen Kindheitserinnerungen von 1938 bis 1945 enthält. Der Roman ist Teil der „Deutschen Chronik“, die Kempowski akribisch plante und veröffentlichte. Der Titel des Romans lehnt sich an einen Ausspruch seines Vaters an, der damit den Namen der Berliner Tabakwarenfabrik „Loeser und Wolff“ (siehe Bild) verballhornte. Mit trockenem Humor, verwirrenden Dialogen, eingeschobenen Textstücken u.a.  schildert Kempowski das Eindringen der Realität in das krampfhaft aufrecht erhaltene Familienleben, das angesichts der politischen Entwicklungen zu wanken beginnt und auseinander fällt. Sehr subtil und ohne erhobenen Zeigefinger. Absolut lesenswert!

PS: Zitat Hans Pfau zum obigen Foto: „Ein altes Original- Bild und diese Messing-Aschenbecher und Zündholzschachtelhalter fand man in fast jeder Elbinger Kneipe.“

Aus meiner Feder: „Mo und die Meeresblume“ mit Nachlese zum Langen Tag der Stadtnatur

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mo.sommer in farbeIn der Rubrik „Schreibwerkstatt / Aus meiner Feder“ gewähre ich Einblicke in meine Gedankenwelt und stelle gekürzte Texte vor, die aus meinen Kurzgeschichten oder Sondereditionen stammen.

Heute stelle ich einen Auszug aus „Mo und die Meeresblume“ vor, die Fortsetzung der Wintergeschichte „Mo und der Sachenbaum“. Mo, ein Erstklässler aus Berlin, hat zwei beste Freundinnen, Lu und Kara, mit denen er am liebsten den Brennerberg (den gibt es wirklich!) erkundet.

Für Kinder ab 5 und Junggebliebene 😉

Für die wundervollen Illustrationen von Mo konnte ich little miss arty gewinnen.

 

„Zum Brennerberg?“, fragt Lu.
„Klar!“, sagt Mo und grinst.
Am Fußgängerüberweg überqueren sie die Straße, dann ein bisschen geradeaus. Links ihre Schule, rechts der Kindergarten. Dort wird renoviert und sie bleiben am Zaun stehen, um die Veränderungen zu begutachten. Früher waren die beiden flachen Häuser grau. Jetzt sind sie hell mit bunten Streifen.
„Schön!“, sagt Mo.
„Aber innen war’s schon immer schön!“, sagt Lu und Mo nickt.
Noch einmal an der großen Kreuzung aufpassen. Kein Fahrrad und kein Auto zu sehen.
Endlich sind sie angekommen. Vor ihren Augen ragt der Brennerberg auf wie ein schlafender grüner Riese. Überall Bäume, Sträucher und Gras. Es gibt vier Wege, um auf den Bauch des Riesen zu gelangen: eine schmale Holztreppe, eine Steintreppe, die um die Ecke geht, die lange Winter-Rodelbahn und die Schräge. Mo und Lu schnaufen die Schräge empor.
Lu erzählt ununterbrochen von der Ostsee. Das ist ein großes Meer, nicht weit von Berlin. Sie war mit ihren Eltern auf einer Insel mitten in der Ostsee. Am Strand haben sie Muscheln gesucht und Kleckerburgen gebaut.
„Warst du baden?“, fragt Mo und setzt sich ins Gras.
„Ja!“, sagt Lu und lässt sich neben ihn plumpsen. „Aber das Wasser war kalt und sooo salzig.“
„So salzig wie Tränen?“, fragt Mo.
„Nee, noch mehr. So wie die Kartoffelsuppe in der Schule.“
„Oh“, entfährt es Mo.

(…)

Danke an alle, die den Weg zu meiner ehrenamtlichen Lesung zum Langen Tag der Stadtnatur am Sonntag in der Botanische Anlage fanden! Es waren schöne, lustige und überraschende Begegnungen mit großen und kleinen Leuten, die mich sehr erfreut haben. …Und Mo hat schon eine Fangemeinde 😉 Ich musste die Sommergeschichte (siehe oben) zweimal und die Wintergeschichte „Mo und der Sachenbaum“ einmal lesen, außerdem eine neue Spreewaldgeschichte, so dass aus der einen Lesestunde gleich fünf wurden… Herrschaften! Und alles bei schönstem Sommerwetter.

Siebensachensonntag No. 6 – Pfingsten 2013

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Called by Frau Liebe recommended by nähmarie, I would like follow this idea: In contrast to serious themes I present 7 pictures from 7 things, which I touched with my own hands at sunday. Imitation desired!

I spent the pentecost at the park of the International Horticultural Show (IGA) directly in the old hanse town Rostock at the Baltic Sea. Exactly 10 years ago, this park was installed at the shore of the river Warnow. It is also well worth seeing today. The theme of this park is land and sea. I tried the barefood route, heard a small concert in a dome made of willow and visited the shipping museum located in a ship. But more later.

In the following, you will see 7 pictures of 7 things which I touched in the park or I’d like to touch 😉

Ausgerufen von Frau Liebe, weiter empfohlen von nähmarie, schließe ich mich gern dem Siebensachensonntag an. Zuweilen wird es ab jetzt auch hier 7 Bilder von 7 Sachen zu sehen geben, für die ich sonntags  meine  Hände brauchte. Sozusagen als Pendant zur vielen geistigen Aktivität, die auf meinem blog geboten wird. Nachahmer erwünscht!

Ich hoffe, dass Ihr schöne Feiertage hattet! Pfingsten verbrachte ich im Park der Internationalen Gartenschau (IGA) der alten Hansestadt Rostock an der Ostsee. Genau vor 10 Jahren wurde dieser Park am Ufer der Warnow angelegt und ist auch heute noch sehenswert. Land und Meer ist hier das Thema. Ich habe den Barfußpfad ausprobiert, ein kleines Konzert im Weidendom gehört und das Schifffahrtsmuseum in einem Traditionsschiff besucht. Davon demnächst mehr.

Im folgenden seht Ihr hier 7 Bilder von 7 Sachen, die ich im IGA-Park angefasst habe oder gerne angefasst hätte 😉

Foto0461 Magnificent flourishing Rhododendron. Herrlich blühender Rhododendron

Foto0449 Chinese national garden. Chinesischer Nationengarten

Foto0466 The beach of IGA park mith palms and ship. IGA-Strand mit Palmen und Schiff

Foto0473 Beach chair with a view to the port – shipping top America! Strandkorb mit Blick auf den Überseehafen gen Amerika!

Foto0417 A lonely ship….   Einsames Bötchen…

Foto0446 Wide views… Weite Blicke…

Foto0502 Shortly before the thunder storm: the swimming crane called „Long Heinrich“ of 1905, in this time the largest in the world. Firstly it stands at shipyard of Danzig and between 1946 and 1978 at the shipyard of Rostock, called Neptun shipyard. Kurz vor dem Unwetter: Der Schwimmkran „Langer Heinrich“ von 1905, damals einer der größten der Welt. Er stand erst auf einer Danziger Werft und ab 1946 bis 1978 auf der Rostocker Neptun-Werft.

Gedenkminute: Walter Kempowski zum 5. Todestag

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Vor fünf Jahren, am 5. Oktober 2007 starb Walter Kempowski.

Geboren 1929 als Reederssohn, wuchs er in der Hansestadt Rostock auf. In seinem letzten Interview beschrieb er sein Leben als „sensationell“, und das war es fürwahr! Kurz vor dem Ende musste er 1945 noch in den Krieg ziehen. Später wird er der Spionage verdächtigt und muss acht Jahre in der DDR im Gefängnis verbringen. Im Westen war er jahrelang geachteter Dorfschullehrer, erst vor kurzem sah ich einen begeisterten Eintrag dankbarer ehemaliger Schüler im Gästebuch des Kempowski-Archivs in Rostock.

Seit den 1950er Jahren nahm er Interviews auf Tonbänder auf, die er als Grundlage für seine vielen Romane nutzte. Wie fraktale Kunst setzte er Situationen in Szene, mecklenburgische Redensarten, direkte Fragen und Dialoge, die eben erst gesprochen scheinen und keine Scheu, die jüngste deutsche Geschichte  in klaren, auch unbequemen Worten abzubilden… all das macht seine Bücher zu großer Literatur.

Wie mit einer Lupe schaute Kempowski in seine eigene Familiengeschichte. (Aber Vorsicht: „Alles frei erfunden!“ notierte er zugleich warnend.) Er tauchte zur Beobachtung hinab in die kleinsten Regungen der Beteiligten, um im nächsten Absatz anhand der zeitgleich darüber liegenden Oberfläche die  große Weltgeschichte zu registrieren.

Für sein „Echolot-Projekt“ erbat er Interviews von seinen deutschen Mitbürgern, deren Beiträge er zu einer Chronik der deutschen Geschichte zusammenfügte. Jahrzehntelang schrieb Kempowski Tagebücher.

Zur Zeit lese ich seinen Roman „Tadellöser und Wolff“. Kempowski schildert in meisterhaften, kleinen Episoden das Leben seiner Familie in den Enddreißiger / Vierziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Eben noch lachte ich über lustige Einschübe, doch im nächsten Augenblick schlägt meine  Stimmung um, und ich fühle mich ernüchtert vom nachfolgenden lakonischen Satz. Unbedingt lesen!

1975 sendete das  ZDF eine Verfilmung des Romans,  für diesen Zweiteiler wurde Kempowski 1980 mit dem Fernsehpreis Bambi ausgezeichnet.

Berliner Stadtgang: Skandinavisches (Nordisches) Viertel – Teil II

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Im Nordosten Berlins, die Stadtteilgrenze zwischen Prenzlauer Berg und Pankow überschreitend, sogar bis in den Wedding hinein, gibt es ein Skandinavisches oder auch Nordisches Viertel. Es zieht sich am nördlichen S-Bahn-Stadtring entlang, beginnend am S-Bahnhof Prenzlauer Allee, und ich bin ihm auf der Spur! In Teil I gab es das hier zu lesen.

An der Prenzlauer Allee sind diese drei Straßen zu finden, die uns, passend zum Sommerwetter auf zwei Ostseeinseln führen: Rügen – der wir uns im nächsten Stadtgang widmen – und Usedom.

Die Ahlbecker Straße ist benannt nach dem Seeheilbad auf der deutschen Ostsee-Insel Usedom. Usedom wiederum liegt im Nordosten Deutschlands, in Vorpommern. Ein Teil der Insel gehört schon zum polnischen Staatsgebiet, hier jedoch zu Westpommern. Da sieht man mal wieder, dass alles eine Sache des Blickwinkels ist… Im 10. Jahrhundert gab es auf Usedom eine slawische Burg, 1298 bekam die Siedlung deutsches (lübisches) Stadtrecht. Die Insel hatte im Laufe der Jahrhunderte mit vielen Eroberern zu tun: die Dänen, die Schweden und schließlich die Preußen. Heutzutage erobern vor allem die Berliner sommers die feinsandigen Ostseestrände, leider nicht mehr ganz so bequem wie früher:

Ab 1876 gab es sogar eine direkte Bahnverbindung von Berlin nach Ahlbeck, die seit den letzten Kriegstagen des Zweiten Weltkrieges 1945 jedoch unterbrochen ist, weil die Wehrmacht die Brücken gesprengt hatte. Auf Usedom befand sich im Zweiten Weltkrieg die Heeresversuchsanstalt Peenemünde, auf deren Raketentestgelände die V2-Rakete gebaut wurde. Die Wunderwaffe der Deutschen kam nicht mehr zum Einsatz.

Ahlbeck wird neben Heringsdorf und Bansin Kaiserbad genannt, weil schon König Friedrich Wilhelm IV. und die kaiserliche Familie in diesen Orten ihre Ferien verbrachten.

Stadtgang Berlin: Skandinavisches (Nordisches) Viertel – Teil I

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Am Ostseestrand

Den Berliner zieht es spätestens seit Aufkommen der Badekultur in den Hohen Norden, zumindest bis an die quasi vor der Haustür liegenden Ostseestrände.
Kurt Tucholsky beschrieb 1927 in seinem Gedicht „Das Ideal“ des Berliners folgendermaßen:

Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße…

Die Friedrichstraße stand zu Tucholskys Zeiten synonym für das Vergnügen schlechthin, billiges Essen und Trinken, Spielhöllen und Prostitution dominierten das damalige Ausgehviertel.

Aber zurück zur Ostsee: Offensichtlich mochten die Berliner auch im harschen städtischen Winter ihre Sehnsuchtsziele nicht missen und benannten viele Straßen nach den im Sommer besuchten Orten.
Und wie er so ist, der Berliner, musste er auch mal schauen, wie es hinter der Ostsee aussieht. Und er fand es dort gleichfalls schön, das bezeugen die Straßennamen im Skandinavischen Viertel.
Mehr von den nordischen und skandinavischen Straßen gibt es demnächst in Teil II zu lesen.