Schlagwort-Archive: Rezepte

Such mich / Search for me No. 5

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Mein blog wird gern gelesen, was mich freut. Interessant ist manchmal, wie die Leser auf  mich stoßen, welche Stichworte sie bei der Suche eingeben. Hier einige Kostproben:

Many people like my blog. It’s very interesting for me to see which keywords are relevant to locate me. Here is a little taste:

1. skandinavisches viertel prenzlauer berg: Ab und zu begebe ich mich auf Spurensuche und unternehme Stadt- und Landgänge, diesmal im viel geliebten Stadtteil Berlins, Prenzlauer Berg.

2. milchmanns: ein Lieblingskaffeehaus, nicht nur für Autoren.

3. rote grütze-geschichten: Mein Hermann, den ich mal geschenkt bekam, wohnte in einem Rote-Grütze-Plastikeimer, bevor ich mich seiner liebevoll annahm und in eine Keramikschüssel einziehen ließ.

4. vatikanbrot geschichte: Hermann aka Vatikanbrot… siehr Nr. 3.

5. kompott duden: Du sollst Dein Kompott nicht essen, bevor Du nicht im Duden die Schreibweise nachgeschlagen hast? Jedenfalls merkte ich an, dass man den Rumtopf auch als Kompott genießen kann. Vielen Dank an meine Blog-Kollegin von Alte Liebe Hamburg, die mir freundlicherweise das Foto und das Rezept zur Verfuegung gestellt hat.

6. mit beiden augen, grafik, wolfgang würfel: Der Maler Wolfgang Würfel hat in seinem Schaffen ua. 1000 Feuilletons von Heinz Knobloch mit Vignetten versehen, die Rubrik in der „Wochenpost“ hieß „Mit beiden Augen“.

7. schreibwettbewerb 2015: Nun schon zum zweiten Mal veranstaltete ich im Rahmen meiner Schreibwerkstatt ZeilenZauber einen Schreibwettbewerb, diesmal zu Thema „Frieden“, es nahmen etwa 100 Kinder teil!

8. tausendsassa duden: In meiner Rubrik „Versunkene Schätze“ spüre ich vergessenen Wörtern nach, hier also „Tausendsassa“.

9. claudius von stolzmann new york: Da hat wohl jemand meine BERLINALE-Rezension des Films „Kopfueber – Upside down“ gefunden!

10. osterhase kiepe zeichnen: Beim Zeichnen konnte ich sicher nicht behilflich sein, aber über den Ursprung der Kiepe aufklären.

Ich wünsche, wohl gelacht zu haben.

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Über Feistus Raclettus und ein Rezept fürs Schoko-Fondue

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schokofondueDo you need space in your flat for wintertime? Than it’s time to melt chocolate! Take your old chocolatey Easter bunnies and have fun with a delicious fondue. You can mince bananas, pears, apples, oranges, strawberries or whatever you want and dip this fruits in the melted chocolate. Yummie 😉

Kinder! Weihnachten steht vor der Tür und es ist an der Zeit, die Schokoladen-Osterhasen zu verwerten! Warum nicht in einem Fondue einschmelzen?

Erst einmal zu den Hintergründen: Warum dieser Feistus Raclettus nicht Feistus Fondue heißt, erschließt sich mir nicht und es konnte mir auch noch niemand erklären, selbst eingefleischte Asterix-Kenner (ich schaue niemanden an 😉 ) sind ratlos. Obwohl Feistus eindeutig zur Käsefondue-, und nicht -raclette-Orgie aufruft! Jedenfalls sind hier im Hause Zeilenzauber das eine wie das andere Gericht, Raclette und Fondue, äußerst beliebt, trotzdem die Herkunft nicht gesichert ist: Schweizerisch oder doch französisch?

Auch auf die Gefahr hin, bei Ungeschicklichkeit den von Raclettus angedrohten schrecklichen Strafen ausgeliefert zu werden*, gibt es nun Schoko-Fondue, eine ziemlich leckere Sache.

Das kleine Fondue-Gefäß auf dem Foto hat schon ein paar Jahre auf dem Dachboden eines Hauses verbracht, das auf einer hübschen Insel steht, bevor das Töpfchen mit Zubehör anlässlich einer Schrottwichtel-Party den Weg in meinen Schrank fand. Und auch hier musste es mehr als ein Jahr ausharren, genau bis zu dem Tag, als die Osterhasen eingeschmolzen werden sollten (jetzt also!). Traditionell wird die Schokolade gereicht zu Birne Helene.

Aber ich liebe die Abwechslung und ein paar mehr Vitamine machen sich immer gut, also heißt die Lösung Schokofondue. Gänzlich einfach: man nehme am besten säuerlich schmeckendes Obst wie Orangen, Erdbeeren, Weintrauben, Ananas, Äpfel oder auch (vor allem Kinder lieben es:) süße Bananen und zerkleinere es in mundgerechte Portionen. Inzwischen hat das Teelicht unter dem Fonduetöpfchen die Schokolade schmelzen lassen und die rund um den Tisch versammelte Gesellschaft kann sich, mit Kuchengabeln oder kleinen Spießen bewaffnet, drumherum niederlassen. Nun gilt es, geschickt zu sein, das eine oder andere Obststückchen zu ergattern, in die Schokolade zu tauchen und anschließend in den eigenen Mund zu befördern. Nicht immer einfach! Und es ist so lecker, dass nur noch die leeren Tellerchen aufs Foto finden.

Übrigens können passenderweise vor Ostern die eingestaubten Weihnachtsmänner als Grundlage fürs Schokofondue genutzt werden 😉

*“Wer sein Brotstückchen in dem geschmolzenen Käse verliert, hat was gut! Beim ersten Mal fünf Stockhiebe! Beim zweiten Mal 20 Peitschenhiebe! Beim dritten Mal wird er mit einem Gewicht an den Füßen in den See geworfen!“ Auszug aus: Asterix bei den Schweizern, S. 19

Schrebers Garten: Holunderzeit / Elder bush’s time

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http://schorfheidewald.files.wordpress.com/2013/09/holunder.jpg

Zeichnung / design: Petra Elsner

The elder bush gives us in springtime blossoms for self-made syrup or juice, leaves for curative teas also fruits in autumn for homemade jelly or soup. In German a familiar spirit was the eponym, that’s why the popularity isn’t a miracle 😉

Holunderzeit ist eigentlich immer, im Frühling die Blüten als Sirup oder Saft verkocht, die Blätter im Tee aufgebrüht und im Herbst die Früchte als Gelee oder Saft für kalte Zeiten eingeweckt. Dass sogar die Rinde Heilkräfte besitzt, habe ich bei einem kleinen Blick hinüber zu meiner Kollegin Petra Elsner bemerkt, die sich diesem wundersamen Baum genähert hat. Vielen Dank für den Text und die wundervolle Zeichnung.

„Die Nebel wallen wieder über die Schorfheidewaldwiesen. Das ist für mich die Zeit der Holundersuppen – die göttliche unter den Herbstsuppen. Wieso? Weil nach vorchristlichem Glauben dem Busche eine Göttin ihren Namen schenkte. „Die hohe Frau“, bekannter wohl als „Frau Holle“ (auch Holla oder Holda). Der Glaube an sie als beschützender Hausgeist muss auch im Brandenburger Lande weit verbreitet gewesen sein, denn wohin das Auge auch schaut: Jeden Waldrand säumen Holunderbüsche, sie fehlen in keinem Bauerngarten oder lehnen sich an alte Scheunen. Das selbst die gebrechlichsten unter ihnen unberührt ins Land schauen, mag daher kommen, dass sich die Menschen noch im 18. Jahrhundert scheuten, solch‘ einen Strauch zu fällen, weil der Frevel mit Krankheit geahndet wurde. Die weise Frau im Busch galt jenen Menschen als lichtweisende Muttergöttin und hatte schließlich ihren Lieblingsstrauch besonders wohlwollend ausstaffiert. Blüte, Beere, Blatt, selbst die Rinde ist mit Heilkraft beseelt. Der Holunder, also die reifen Beeren als heißes Süppchen gekocht ist nicht nur herzhaft lecker, es macht auch die Abwehrkräfte für den Winter mobil.“

© Petra Elsner

 

Schrebers Garten: Apfelernte und Apfelmuffin-Rezept

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PTDC0315Now it’s harvest time, dear readers! And I proudly present one of the best muffin’s recipe of the world!!! But first I explaine some background knowledges.

Brothers Grimm discovered many interesting things about the word „apple“. It exists in German Apfel, in Danish äble, in Lithuanian ahbols, in Polish jablko. But in Spain people say poma and in France pomme. There are many other expressions containing the word apple in German, for instance: pomegranate (in German: Granatapfel), pine cone (Kienapfel), potato (Erdapfel in old German style). Also wie have in German Augapfel: eyeball, Reichsapfel: globus cruciger, Paradiesapfel: quince in biblical context, Adamsapfel: Adam’s apple, Pferdeapfel: horse droppings. We have a mass of adages. Very famous is: „An apple doesn’t fall wide from his trunk“ – „The children are very similiar to their parents“.

For the recipe look below!  Enjoy the muffins 😉

Der Wunsch meiner blog-Leser ist mir Befehl und passend zur Apfelernte gebe ich das weltbeste Apfelmuffin-Rezept (plus Variation: Vanille-Spezial-Muffin) zum besten. Doch vor dem Back-Vergnügen geht es erst einmal an die Arbeit und so mache ich mich auf die Suche nach der Geschichte hinter dem Wort „Apfel“.

Die guten Gebrüder Grimm verweisen darauf, dass der Apfel „ein für die europäische sprachgeschichte bedeutsames wort unserer urzeit [sei], denn es erweist, wie affe, zusammenhang zwischen Kelten, Deutschen, Littauern und Slaven, auszerhalb dessen grenze Griechen, Römer und Romanen liegen.“ Aha. Wer hätte das gedacht. Schon die des Althochdeutschen Mächtigen kannten den aphul oder aphol,die Dänen sagen äble, die Friesen appel, die Briten apple. die Letten ahbols, die Polen jablko. Spanier und Franzosen sagen dagegen poma und pomme. Nicht nur die uns bekannte Frucht an sich trägt diesen Namen, erinnert sei „im allgemeinen auch andere rund und voll hängende frucht (quae pulpam habet), wie die zusammensetzungen eichapfel, gallapfel, fichtapfel, tannapfel, kienapfel, granatapfel, schlafapfel, erdapfel darthun.

Liebende pflegten sich dereinst, Äpfel zu schenken, und schon Aristopheles und Theokrit wagten in der Poesie den Vergleich des Apfels mit der weiblichen Brust, so auch in Goethes „Faust“. Der Augapfel ist einerseits eine medizinische Bezeichnung, andererseits im übertragenen Sinne verwendbar, d.h., etwas ist so wertvoll wie der Augapfel.

Wie zu erwarten gibt es viele Redensarten und Sprüche: „In den sauren Apfel beißen“, heißt es schon bei Luther. „Ein Apfel, der runzelt, fault nicht bald“. „Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm“, „Der beste Apfel hat oft einen Wurm“. „Ein fauler Apfel steckt hundert an“. „So dicht gedrängt stehen, dass kein Apfel zur Erde niederfallen konnte“.

Von anderen Äpfeln wäre noch viel zu berichten, dennoch schweigen wir: vom güldenen Reichsapfel, vom biblischen Apfel, von der alltäglichen Kartoffel, vom Adamsapfel, vom Rossapfel…

Krünitz beschert für die Künstler unter uns noch die Beschreibung von Apfelgrün: „ist unter den grünen Farben die, welche gerade das Mittel zwischen Nelken-Grün und Seladon hält.“ Und die Farbe der Apfelblüte sei eine „Art der Mittelfarbe von Carmesinroth.“ Damit wäre auch das geklärt 😉

Und nun zu den Bäckern:

 Apfelmuffin-Rezept / Apple muffin’s recipe

Zu vermengen (mixing) sind 310 g Mehl (flower), 170 g Zucker (sugar), 2 Teelöffel Backpulver (baking powder), 1 Päckchen Vanillezucker (vanilla sugar), eine Prise Zimt (cinnamon).

Dann werden 315 ml  Milch (milk), 2 Eier (eggs), 100 g zerlassene Butter (melted butter) miteinander vermischt und mit den trockenen Zutaten zusammengemengt.

Zum Schluss einen klein geschnittenen Apfel ( one small sliced apple) unterrühren. Den Teig nicht zu reichlich in die Muffinförmchen (cake pan) geben und ca. 25 min. bei mittlerer Hitze (180°C) backen.

Für besondere Schleckermäuler 🙂 : Vanille-Muffin-Variation

Man nehme statt des Zimt Vanilleschote und Vanillezucker und presse anstelle der Apfelstückchen pro Muffin zwei Stückchen eines Kinderschokolade-Riegels in die Backmasse…

Wohl bekomm’s!

Schrebers Garten: Rumtopf – Rezept, Herkunft und Santiano

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AlteLiebeHamburgFoto: Alte Liebe Hamburg

Da das Fliederblütensirup-Rezept immer wieder gern aufgerufen wird, bin ich gleich aufmerksam geworden, als ich das schöne Rezept für das Ansetzen eines Rumtopfs bei AlteLiebeHamburg sah. Ich habe mir das freundliche Einverständnis geholt, dass ich das Rezept hier weiter empfehlen darf.

Natürlich ist das bloße Kopieren nicht meine Art, deshalb musste ich mich sogleich kundig machen, was es mit dem Rumtopf auf sich hat und welche Geschichte dahinter steckt. Ich selbst verbinde ehrlich gesagt mit „Rumtopf“ die 1970er Jahre, alles in allem eine ziemlich altmodische Angelegenheit, noch niemals selbst ausprobiert. Immerhin besitze ich Großmutters Steintopf (siehe wie auf dem Foto), den ich allerdings zum Aufbewahren der Kartoffeln nutze.

Krünitz kennt 1820 noch keinen Rumtopf, weiß jedoch zu vermelden, Rum sei „eine Art  Branntwein welchen man in Westindien aus dem Rückstande beim Auskochen des Zuckerrohrs bereitet“.

Grimms bestätigen das und meinen, „das ziemlich junge wort stammt aus engl. rum, woher auch franz. rum, rhum, dän. rum. sein ursprung ist wol wie der der sache in Westindien zu suchen“. Als Verwendungsbeispiel des Wortes Rum nennen sie die letzte Strophe aus Friedrich Gottlieb Klopstocks „Der Denkstein“:

„…wenn er, von jungem rumm
durchdampft, einst umfällt, müsse den schatten ihm
Stortbeckers schatten, in des rothen
Phlegethons wogengezisch, kielholen!

Da neben der giechischen Flussgottheit Phlegethon auch der Seeräuber Klaus Störtebeker bei Klopstock mit im Spiele ist, scheint der Rumtopf eine eher norddeutsche Angelegenheit gewesen zu sein 😉 Schön ist, dass ich das Rezept auch von dort erhalten habe!

Hier ihre Anleitung:

„In einen Rumtopf gehören verschiedene Früchte der Saison: Erdbeeren, Kirschen, Mirabellen, Aprikosen, Pfirsiche und Birnen.

Sie benötigen einen gut gereinigten Steintopf mit einer ca. 3 Liter Fassungsgröße für 1 kg Früchte, 1 Liter Rum (mind. 40%), 1/5 Liter Alkohol (90%) und 1 kg Zucker. Beginnen Sie mit dem Beerenobst. Das Obst putzen, waschen und gut abtropfen lassen. Wenn Sie Kirschen verwenden möchten, brauchen diese nicht entsteint werden. Früchte wie Aprikosen, Pfirsiche oder Birnen werden geschält und in schmale Streifen geschnitten. Dem jeweiligen Obst fügen Sie immer die gleiche Menge Rum und Zucker zu.  Den Rumtopf ab und zu umrühren und an dunkler und kühler Stelle zugedeckt stehen lassen. Genießen Sie ihren Rumtopf 5 Wochen nach der letzten Frucht-Rum-Zucker-Zugabe.

Einen Rumtopf können Sie auch portionsweise in Flaschen abfüllen, mit einem hübschen Etikett versehen und als kleines Mitbringsel oder Geschenk überreichen. Steintöpfe, wie auf dem Foto, gibt es bei uns im Shop von AlteLiebeHamburg zu kaufen.“

Wohl bekomms! Übrigens schmeckt Rumtopf auch als Kompott!

Als Song für Rumtopf-Betreiber empfehle ich das Lied der Flensburger Band  Santiano: Wir brauchen Rum!!!

Schrebers Garten: Fliederblütensirup

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Wenn Euch mein Pfingstgruß mit den Fliederblüten erfreut hat, dann überrascht es Euch vielleicht zu sehen, was uns der Flieder auch noch schenkte: Nämlich Blütensirup.

Und damit Ihr auch was davon habt, kommt an dieser Stelle ausnahmsweise keine Geschichte, sondern ein Rezept:

5 Fliederdolden

1 unbehandelte Zitrone

750 g Zucker

10 g Zitronensäure

1 l Wasser

Die Fliederblüten werden geputzt und von den Stielen gezupft, danach wird die in Scheiben geschnittene Zitrone zu den Blüten hinzugegeben. Das Wasser mit dem Zucker solange köcheln lassen, bis sich der Zucker gelöst hat und dabei gelegentlich umrühren. Nach dem Abkühlen die Zitronensäure in die lauwarme Flüssigkeit geben. Alles über die Blüten gießen und umrühren. Nun muss der Sud 5 Tage ruhen, nur einmal am Tag bitte umrühren. Jetzt ist es fast geschafft! Nach dem Abseihen wird der Sirup in saubere Flaschen gefüllt. Fest verschlossen hält sich der Sirup etwa 4 Wochen im Kühlschrank. Etwas länger haltbar wird er, wenn der Sirup vor dem Abfüllen kurz aufgekocht wird, allerdings geht die intensive Farbe verloren. Und der Duft des Flieders bleibt im Sirup auch nicht erhalten, aber dafür ein köstliches Aroma und eine wundervolle Farbe des Frühlings! Viel Spaß!